Ein ganzes Dorf zeigt Mut und Entschlossenheit gegen Rechtsextremismus

10. September 2012 | Themenbereich: Innere Sicherheit, Schleswig-Holstein | Drucken

Eine kleine Gemeinde im Kreis Plön setzt ein deutliches Zeichen gegen Rechtsextremismus. Das Dorfgemeinschaftshaus in dem rund 1.000 Einwohner zählenden Ort Martensrade südlich des Selenter Sees heißt fortan „Geschwister-Scholl-Haus“. Auf der Feier aus Anlass der Namensgebung am Sonntag (9. September) in Martensrade sprach Innenminister Andreas Breitner von einem Vorbild für alle Gemeinden, die ein Problem mit dem Rechtsextremismus haben. „“Die Menschen in Martensrade beweisen Mut und Entschlossenheit““, sagte Breitner. Ein ganzes Dorf handle nach der Devise „Wehret den Anfängen“. Niemand stehe teilnahmslos und schulterzuckend am Rande. Von Martensrade gehe die Botschaft ins Land, gesellschaftliche Probleme nicht zu verschweigen, sondern aktiv dagegen vorzugehen, – politisch, friedlich und mit guten Ideen. „“Der Kampf gegen Extremisten ist nur erfolgreich, wenn alle Demokraten zusammenstehen““, sagte Breitner.

Martensrade ist immer wieder ins Gerede gekommen, weil in dem Ort ein Verlag ansässig ist, dem eine Nähe zum Rechtsextremismus nachgesagt wird, und der regelmäßig so genannte Sonnenwendfeiern veranstaltet. Im Verlagsprogramm spielt der Geschichtsrevisionismus eine herausragende Rolle. Solche Themen sind ein Hauptbeschäftigungsfeld der Neo-Nationalsozialisten. Geschichtsrevisionistische Literatur stellt den historischen Nationalsozialismus nicht nur unkritisch dar, sondern weist auch noch auf angeblich besondere Leistungen Deutschlands in der Zeit von 1933 bis 1945 hin. Jüngstes Beispiel ist ein Artikel in der Juni-Ausgabe einer in diesem Verlag erscheinenden Zeitschrift. Der Autor will offenkundig den Eindruck erwecken, Bombardierungen durch die deutsche Luftwaffe seien nur eine berechtigte Gegenmaßnahme gewesen. Im Begleittext eines gleichzeitig angepriesen Buches mit dem Namen „Bombenterror“ heißt es: „Der Autor räumt mit Umerziehungslegenden wie Coventry, Warschau und Rotterdam auf, geht den Verursachern des Luftkrieges nach und entlarvt diesen Terror aus der Luft als einseitiges alliiertes Verbrechen“.

 

 

 

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