Prävention zahlt sich aus

7. September 2012 | Themenbereich: Gewerkschaft der Polizei, Interessenvertretungen, Nordrhein Westfalen | Drucken

Eine Stärkung der Präventionsarbeit der Polizei führt nicht nur zu einer Verringerung von Straftaten, sondern auch zu mehr sozialer Gerechtigkeit, darauf hat der nordrhein-westfälische Innenminister Ralf Jäger (SPD) auf dem Düsseldorfer Polizeitag hingewiesen. Auf der eintägigen Fachtagung der Gewerkschaft der Polizei (GdP) und der Zeitung „Behörden Spiegel“ kritisierte Jäger es als „eklatanten Fehler, wenn sich der Staat auf das Reparieren gesellschaftlicher Fehler einengt“. „Ein Tag Jugendarrest kostet den Steuerzahler 90 Euro, die Rückfallquote liegt bei 80 Prozent, davon müssen wir wegkommen“, sagte Jäger. Die in NRW gestarteten Präventionsprojekte sollen deshalb weiter ausgebaut werden. Das Projekt „Kurve kriegen“, mit dem gefährdete Jugendliche aus einer drohenden kriminellen Karriere herausgeholt werden sollen, will Jäger nach Abschluss der jetzigen Pilotphase auf weitere Polizeibehörden ausweiten. Der nächste Blitz-Marathon könnte zeitgleich auch in anderen Bundesländern, in Belgien und in den Niederlanden stattfinden.

Auch GdP-Landesvorsitzender Frank Richter plädierte auf dem Polizeitag für eine Stärkung der Präventionsarbeit, dazu sei aber ein umfassendes Konzept erforderlich, an dem nicht nur die Polizei, sondern auch Städte und Kommunen mit ihren Sozial- und Bildungseinrichtungen beteiligt werden. Land und Kommunen müssten zudem ihre Mittel umschichten. „Solange es einfacher ist, zusätzliche Mittel zur Strafverfolgung zur Verfügung zu stellen, als in Präventionsprojekte zu investieren, lassen wir die Dividende ungenutzt, die wir mit einer vorausschauenden Präventionsarbeit erzielen können“, sagte Richter.

 

Der Düsseldorfer Polizeipräsident Herbert Schenkelberg referierte auf dem Polizeitag zudem über die Frage, ob Protestcamps als neue Demonstrationsform im Sinne des Grundgesetzes zu bewerten sind. Führende Innenpolitiker des Landtags diskutierten über „Zivilcourage als Bausteine der Innenpolitik“.

1 Kommentar
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  1. Tja, Prävention ist von unserer Innenpolitik nicht erwünscht, könnt ja die Polizei entlasten, aber das widerspricht der Zielstellung, die Bundeswehr im Innern einzusetzen, außerdem könnten Bürger wissen über Gesetze und Rechtslagen erlangen und gegen deren Änderung aufmüpfig werden!
    Das ist doch mal eine Prävention die Politiker mögen und vor allem, wenn die Bürger verängstigt vor der Glotze sitzen bleiben, wie ihre Kinder in der Schule!
    Dumme und Ängstliche lassen sich eben besser Regieren als Intelligente mit viel Zivilcourage!

    Verabschiedet euch von diesem Gedanken, das Prävention von der Politik ausreichend unterstützt wird … denn Nutznießer wären dann wir alle (richtiger Einsatz der Steuergelder) und nicht die Geschäftsfreunde des Innenministeriums (aktueller Einsatz der Steuergelder)!

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