Dauer-Mobilisierung der Alarmzüge gefährdet Sicherheit der Bürger

31. August 2012 | Themenbereich: Gewerkschaft der Polizei, Interessenvertretungen, Nordrhein Westfalen | Drucken

Wegen des geplanten Neonazi-Aufmarsches in Dortmund, mehrerer Risikospiele der Bundesliga und dem Kulturfest „Essen Original“ steht die Polizei am kommenden Wochenende erneut vor einem massiven Personalengpass. Trotz der Unterstützung durch neun Einsatzhundertschaften aus anderen Bundesländern müssen am Freitag und Samstag Hunderte von Polizisten aus den Polizeiwachen abgezogen und zu Alarmzügen zusammengestellt werden. Für die Gewerkschaft der Polizei (GdP) ist das ein unhaltbarer Zustand. „Die Alarmzüge sind eine Notreserve für unvorhersehbare Ereignisse, aber kein Ersatz für eine verfehlte Personalplanung“, warnt der stellvertretende GdP-Landesvorsitzende Arnold Plickert. „Die Dauer-Mobilisierung der Alarmzüge gefährdet die Sicherheit der Bürger, weil die Polizisten für Einsätze vor Ort fehlen.“

Größere Personalengpässe gibt es nicht nur am 1. September, sondern regelmäßig auch an zahlreichen anderen Wochenenden. Die GdP fordert deshalb bereits seit Längerem, dass die Zahl der Einsatzhundertschaften in NRW von 18 auf 21 aufgestockt wird. Zudem müssen neue Konzepte entwickelt werden, mit denen die Einsatzstärke bei Großdemonstrationen und Fußballspielen reduziert werden kann, ohne dass die Sicherheit gefährdet wird. Das gilt auch für die Begrenzung der Einsatzanlässe. Es sei auch nicht Aufgabe der Hundertschaften, jede Wald- und Wiesenkirmes zu schützen.

„Wird für die Einsatzhundertschaften nicht endlich eine Lösung gefunden, werden die jungen Kolleginnen und Kollegen verheizt, weil sie kein einziges arbeitsfreies Wochenende mehr haben“, sagte Plickert. Von den acht freien Wochenenden, auf die die Mitglieder der Einsatzhundertschaften einen Anspruch haben, ist in diesem Jahr bei 15 Hundertschaften bereits die Hälfte gestrichen worden. Bei mehreren Hundertschaften gilt das sogar für sechs von acht eigentlich freien Wochenenden. „Wir brauchen in den Einsatzhundertschaften Kolleginnen und Kollegen, die besonnen reagieren, vor allem in angespannten Situationen. Polizisten, die vom Dauereinsatz vollkommen übermüdet sind, haben im Dienst nichts zu suchen“, sagte Plickert.

1 Kommentar
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  1. Das wissen die Verantwortlichen doch!
    Sie wissen, das Alarmzüge nur für die Notfälle gedacht sind!
    Sie möchten, dass die übermüdeten Beamten Fehler machen … oder besser und das ist die Zielstellung, das die Einsatzleiter dieses nicht mehr verantworten kann und die Ansprechpartner bei der Bundeswehr um Amtshilfe bittet!
    … dann sind die Dämme gebrochen und dann können wir uns warm anziehen!
    Kommt mir jetzt nicht mit dem Grundgesetz … unsere Politiker sagen dann, das der Einsatz „Alternativlos“ wäre!
    Klar, das sie (Politiker) für die eskalierende Situation Gesamtverantwortlich sind, nämlich durch die Streichungen der Planstellen, aber das werden sie dann nicht sagen, sondern das Grundgesetz an die Aktuelle, Alternativlose Situation anpassen wollen!
    … und ich fürchte, das sie das auch schaffen werden, so ihnen keiner Einhalt gebietet!

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