„Präsenz“ alleine reicht nicht!

29. August 2012 | Themenbereich: Berlin, Bund Deutscher Kriminalbeamter, Interessenvertretungen | Drucken

Die Erstellung, Analyse und Veröffentlichung eines Kriminalitätslagebildes in Form eines Kriminalitätsatlasses ist grundsätzlich zu begrüßen – zeigt es doch auch die politischen Versäumnisse der Vergangenheit und Gegenwart auf.

Gerade bei den Einbrüchen in Wohnungen und Häuser durch in Banden organisierte Täter ist zu erkennen, dass ein spätes Reagieren aber kein rechtzeitiges Agieren erfolgt.

„Wenn das Kind erst in den Brunnen gefallen ist, tritt plötzlich ein bemerkenswerter Aktionismus zu Tage. Mehr uniformierte Polizei zu fordern reicht aber nicht, um nachhaltig Bandenstrukturen aufzubrechen, Taten zu verhindern und Täter dingfest zu machen“ sagt der Landesvorsitzende Michael Böhl.

Es bedarf kriminalpolizeilich erfahrener Ermittler um Tendenzen und Strukturen von Tätern rechtzeitig erkennen zu können und entsprechend zu agieren. Tatsächlich aber wird das Personal bei der Kriminalpolizei weiter abgebaut und die Arbeit behindert. Das politisch vorgegebene sogenannte „Verwaltungssparen“ trifft die Kripo massiv. Ermittlungsunterstützende Tätigkeiten, die bislang von Angestellten durchgeführt wurden, müssen mehr und mehr von Kriminalbeamten selbst vorgenommen werden. Die dafür aufgewandte Arbeitskraft und -zeit fehlt für die eigentliche Ermittlungsarbeit.

Um jemanden observieren zu können muss man ihn erst einmal kennen. Ganze Wohnviertel zu observieren, bindet Personal, das wir nicht haben und an anderer Stelle abziehen müssen. Es fehlt uns schon jetzt im Bereich der Schwerstkriminalität an Observationspersonal, wie sollen da noch Observationskräfte abgezogen werden?

Der BDK fordert den Senat von Berlin auf, den Raubbau bei Kriminalpolizei und Schutzpolizei zu stoppen und für eine Kriminalitätsbekämpfung zu sorgen, die den Namen auch verdient.

„Wir wollen einfach nur unsere Arbeit richtig machen, aber man lässt uns nicht“ sagt Böhl weiter.

 

 

 

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