Gewalt am Rande von Fußballspielen

27. August 2012 | Themenbereich: Bremen | Drucken

Bremens Innen- und Sportsenator Ulrich Mäurer hat angesichts der aktuellen Forderungen der Gewerkschaft der Polizei in Bremen, die Profifußballvereine an den polizeilichen Einsatzkosten zu beteiligen, seine Unterstützung für diese Forderungen bekräftigt. Derzeit fehle jedoch eine ausreichende Rechtsgrundlage, die bundesweit geschaffen werden müsste. „Bereits als Vorsitzender der Innenministerkonferenz im Jahr 2009 habe ich gefordert, dass sich die Vereine an den polizeilichen Einsatzkosten beteiligen, wenn sich die Spirale der Gewalt im Fußball immer schneller dreht und wir im Stadion und seinem Umfeld Woche für Woche mehr Polizei einsetzen müssen, um die Sicherheit zu gewährleisten. Dies scheiterte bislang jedoch an der ablehnenden Haltung der meisten anderen Länder“, erinnerte Mäurer. Ein isoliertes Vorgehen nur in Bremen sei unter Gleichbehandlungsgesichtspunkten nicht vertretbar.

Mäurer begrüßt die von DFB und DFL gegenüber den Innenministern und -senatoren der Länder am 23. Juni 2012 gegebenen Zusagen (verbesserte Standards im Bereich der Videotechnik in den Stadien, Verschärfung der Stadionverbote durch DFB und DFL, Schaffung eines systematisierten Sanktionskatalogs, insbesondere für den Gebrauch von Pyrotechnik). „Allerdings stehen wir erst am Beginn der Verhandlungen und erwarten, dass die Verabredungen nun auch konsequent umgesetzt werden. Wir werden die ersten konkreten Ergebnisse auf der Frühjahrskonferenz der Innenminister 2013 bewerten“, so Mäurer weiter.

„Sollte es sich abzeichnen, dass sich keine wesentlichen Änderungen ergeben, dann wird man auch über die Rücknahme von Privilegien für die Fangruppierungen sprechen müssen. Ein weiterer Punkt, falls DFB und DFL ihre Zusagen nicht einhalten und die Gewalt in und um Stadien nicht nachhaltig zurückgeht, wird die erneute Diskussion über die Umlage der Einsatzkosten sein.“ Mäurer rechnet damit, dass bei weiteren Ausschreitungen in den Stadien hier auch bei seinen Länderkollegen ein Umdenken einsetzt.

In Bremen ist die Zahl der für die Spiele in der 1. Fußballbundesliga geleisteten Einsatzstunden (insgesamt 40.078 Stunden) in der vergangenen Saison zwar leicht (-4,1 %) gegenüber der Vorsaison zurückgegangen, dieses liegt aber auch daran, dass Werder Bremen weder im DFB-Pokal noch in internationalen Wettbewerben gespielt hat. Mäurer wies darauf hin, dass ungefähr die Hälfte der Einsatzstunden bei den vier sogenannten „Risikospielen“, bei welchen erfahrungsgemäß mit Ausschreitungen zu rechnen ist, angefallen ist.

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