Nachwuchsgewinnung

22. August 2012 | Themenbereich: Baden-Württemberg, Polizei | Drucken

Verfolgt man in den letzten Monaten die Nachrichten, dann stößt man immer wieder auf Klagen der gewerblichen Wirtschaft, kaum noch ausreichend Fachkräfte und Auszubildende zu finden. Ein Phänomen, das dabei nicht regional oder strukturell begrenzt, sondern flächendeckend erkennbar ist.

Immer öfters wird deshalb versucht, Interessenten im südeuropäischen Ausland zu gewinnen. Eine Option, die der Polizei nicht zur Verfügung steht, während sie sich gleichzeitig ebenfalls der demoskopischen Entwicklung und dem Werben um qualifizierten Nachwuchs stellen muss.

Aktuelle Sparüberlegungen der Landesregierung, die Eingangsbesoldung abzusenken, aber auch die mit der nun anstehenden Polizeistrukturreform geplante Konzentration auf landesweit nur noch zwei Ausbildungsstandorte in Biberach und Lahr dürften dabei kaum Anreize für die Nachwuchsgewinnung bieten. Eine spätere Verwendung bei den Einsatzabteilungen der Bereitschaftspolizei ist dann wiederum auch nur noch an landesweit zwei weiteren Standorten in Göppingen und Bruchsal möglich und bedingt die erneute Bereitschaft zu weiterer Mobilität.

„Das Kabinett hat sich bereits sehr weitgehend auf die Umsetzung dieser Reformeckpunkte festgelegt. Es bleibt daher nur die Hoffnung, dass dafür nicht nur Erfahrungswerte früherer Generationen die Entscheidungsbasis waren, sondern eine aktuelle Analyse der Interessen und Erwartungen potentieller Bewerber vorausging und diese – anders als der augenscheinliche Trend in der gewerblichen deutschen Wirtschaft – eine hohe Mobilitätsbereitschaft des zukünftigen Polizeinachwuchses erbrachte.“ ist der baden-württembergische BDK-Vorsitzende Manfred Klumpp skeptisch, ob die zukünftigen Strukturen der Polizei noch für eine erfolgreiche Nachwuchsgewinnung ausgerichtet sind.

Für den kriminalpolizeilichen Nachwuchs – ist man beim BDK überzeugt – ist es auch vor diesem Hintergrund unabdingbar, dass wie in früheren Jahren, neben Bewerbern aus der Schutzpolizei auch wieder qualifizierten anderen Bewerbern ein gesicherter, direkter Zugang zur Kriminalpolizei und Ausbildung ermöglicht wird. „Nur so kann für die kriminalpolizeilichen Aufgabenfelder bei der Bekämpfung der Schwerkriminalität, die sich zukünftig auf landesweit zwölf Kriminalpolizeidirektionen konzentrieren, langfristig eine ausreichende Basis für den qualifizierten Personalnachersatz gesichert werden.“ begründet Klumpp diese Forderung der Kriminalisten im BDK.

 

 

4 Kommentare
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  1. Öhm, haben die Rekruteure schon mal in ihre alten Bücher geguckt?
    Dann sollten sie diese mal vor kramen und sie mit den heutigen vergleichen … wenn sie schon mal dabei sind, auch die Klassenstärken und Lehrmethoden!
    … ihnen wird etwas auffallen!

    Was? Tja, was Denken Sie?

  2. Liebe Rekruteure ist Ihnen aufgefallen, das irgendwie mangelnde Mathematik und Deutschkenntnisse bei den Schulabgängern gehäuft auftreten ( http://www.sueddeutsche.de/bildung/bewerbermangel-in-ausbildungsberufen-firmen-senken-anforderungen-an-lehrlinge-1.1351858 ), von den sozialen Kompetenzen möchte ich nicht anfangen!
    Wieso war das früher (vor 1990) anders?
    Nun, unsere Regierung hat gelernt und möchte dem Problem des gebildeten Bürgers entgegenwirken, ein Bürger der seine Rechte kennt wird diese auch verteidigen wollen!
    Der kalte Krieg ist vorbei, also können unsere Politiker das Bildungsniveau beruhigt senken!
    Wozu brauchen Bürger denn noch Bildung?
    Um das Kreuz bei der „richtigen“ Partei zu machen?
    Dafür gibbet die Wahlwerbung auf Facebook oder Youtube!
    Der Bürger soll nur die „richtige“ Partei wählen, das genügt, hinterfragen der Parteiprogramme ist nicht erwünscht, Bildung für Bürger also überflüssig!

    Im übrigen, den Fehler, den die DDR-Führung gemacht hat, den gebildeten Arbeiter zu kreieren, wiederholen Frau Merkel und Co. bestimmt nicht!
    Auch in der westlichen Politik sitzt der Schrecken von 1989 noch tief in den Knochen, derartige Zustände dürfen nicht wieder auftreten, wo kämen wir Deutschen denn hin, wenn wir uns Deutsche gegen eine erneute Einführung einer Diktatur wehren würden?
    Wir haben zu machen, was unsere Volksvertreter von uns verlangen, nicht dieses zu Hinterfragen und Antworten auf unsere Fragen zu fordern!

    Also gewöhnen SIE sich daran, das Sie eben Abiturienten serviert bekommen, die Mathematik und Deutsch in ihrer Ausbildung abgewählt haben!

  3. Seit Beginn der Aera „Merkel“ wird doch die Vorgehensweise der „alten Ostpolitik“ schrittweise und teils unbemerkt, hier in Westdeutschland wieder eingeführt.
    Es merkt halt nur nicht jeder!

  4. roughboy, leider nur nur die machterhaltende Seite!

    Würde sie das damalige Bildungssystem (ohne sozialistische Ideologie) hier etablieren, hätten wir eine richtige Bildungsoffensive und echte Chancengleichheit!
    … ist übrigens das gleiche wie in den skandinavischen Ländern …
    Leider wird es keine Bildungsoffensive mit Chancengleichheit geben, denn die Politik mag keinen gebildeten Arbeitnehmer!
    Wo kämen wir in Deutschland hin, würde ein Arbeitnehmer seine Rechte und Pflichten kennen?
    Er würde einerseits weniger unbewusst gegen Geltendes Recht verstoßen, da ihm geltendes Recht bewusst wäre und er würde, das ist der unerwünschte Part, seine Rechte verteidigen!
    … zur Förderung der Bildung:
    http://de.wikipedia.org/wiki/Polytechnische_Oberschule

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