Der Mordfall Lena in Emden

22. August 2012 | Themenbereich: Bund Deutscher Kriminalbeamter, Interessenvertretungen, Niedersachsen | Drucken

Zum Mordfall Lena – Nach Bekanntwerden von Vorwürfen gegen die Emder Polizei im Rahmen der Mordermittlungen im Fall „Lena“ war Innenminister Uwe Schünemann und die Leitung der Polizeidirektion Osnabrück sehr schnell dabei, die „Schuldigen“ an den „Ermittlungspannen“ auszumachen indem sie öffentlich feststellten, dass „individuelle Fehler“ Schuld gewesen seien, die zu einer verzögerten Festnahme des späteren Tatverdächtigen geführt hätten.

Damit die ermittelnde Kriminalpolizei als Täter auszumachen war und ist grotesk.

Der BDK-Landesvorsitzende Ulf Küch machte hierzu bereits Ende März 2012 in der Tagesschau deutlich, dass es wenig Sinn macht, sich politisch zu distanzieren, ohne die Hintergründe tatsächlich zu kennen.

Der BDK forderte seinerzeit schon eine sehr differenzierte Betrachtungsweise ein und machte deutlich, dass auch die schon lange vom BDK kritisierten organisatorischen Abläufe innerhalb des polizeilichen Systems zu betrachten sind.

Erfreulicherweise hat dies nun auch die Gewerkschaft der Polizei erkannt und fordert:

Zitat des Landesvorsitzenden Dietmar Schilff am 20.8.2012 in Aurich:

„Hier müssen aber auch organisatorische Fragen gestellt werden. Es ist zu einfach, persönliche Verantwortlichkeiten von Polizeibeamten für diese Tragödie in den Raum zu stellen“. Und weiter: „Die Kolleginnen und Kollegen erwarten von einem Innenminister eigentlich, dass dieser sich bis zur internen Klärung des gesamten Vorgangs schützend vor sie stellt“.

Richtig: Eine offene und ehrliche Aufarbeitung der Vorfälle und der allgemeinen organisatorischen Abläufe in dieser Tragödie ist gefordert und nicht eine pauschale Verdammung!

Ihre Meinung ist uns wichtig,
kommentieren Sie diesen Artikel!

Jedoch, auf Cop2Cop gilt die Netiquette als Leitfaden für die Kommunikation. Alle Beiträge werden von Administratoren geprüft und freigeschaltet. Beiträge, die persönliche Beleidigungen, Diffamierungen, rechtswidrige Texte oder Werbung beinhalten, werden ebenso unkommentiert entfernt, wie Off-Topic-Beiträge und SPAM. Zeilen und Absätze brechen automatisch um. Die E-Mail Adresse dient internen Zwecken und wird nie angezeigt.