Versachlichung der Debatte um Lang-Lkw

21. August 2012 | Themenbereich: Schleswig-Holstein, Verkehr | Drucken

Der Transportminister des Königreichs Dänemark, Henrik Dam Kristensen, und sein schleswig-holsteinischer Kollege Reinhard Meyer haben anlässlich der fünften Sitzung der Deutsch-Dänischen Verkehrskommission am 20. August in Tondern zu mehr Sachlichkeit in der Diskussion um Lang-Lkw aufgerufen. Bei ihrem ersten Zusammentreffen stimmten beide Ressortchefs darin überein, dass sich die öffentliche Debatte über die so genannten Öko- oder Giga-Liner und die die jeweiligen Feldversuche in Dänemark und Deutschland von den Tatsachen teilweise erheblich entfernt habe.

„“Über die Fakten herrscht zwischen unseren beiden Ländern Einigkeit““, sagte Landesverkehrsminister Meyer. Die Feldversuche in beiden Ländern verlaufen jeweils auf einem so genannten Positivnetz ausgewählter Straßen, aber das zulässige Gesamtgewicht sei mit 60 Tonnen in Dänemark höher als in Deutschland, wo die Höchstgrenze bei 40 Tonnen bzw. 44 Tonnen im kombinierten Verkehr liege. „“Außerdem sind die technischen Anforderungen an die Fahrzeugkombinationen in beiden Ländern unterschiedlich““, so Meyer. Er stellte zudem klar, dass 60 Tonnen schwere dänische Lkw in Deutschland im Rahmen des Feldversuchs weder vor noch nach dem Regierungswechsel in Schleswig-Holstein fahren durften. Dänische Lkw, die die Voraussetzungen der vom Bundesverkehrsministerium erlassenen Ausnahmeverordnung erfüllen, durften und dürfen allerdings auf dem Positivnetz in Schleswig-Holstein fahren.

„“Ich bin erfreut, dass es nun feststeht, dass die Feldversuche mit den Lang-Lkw in Schleswig-Holstein fortgeführt werden““, sagte der dänische Verkehrsminister Henrik Dam Kristensen. Er unterstrich, dass er hoffe, dass mehr dänische Transportunternehmen ebenfalls die Gelegenheit zur Teilnahme ergreifen. Das bedingt selbstverständlich, dass die dänischen Lkw die technischen Vorgaben in Deutschland erfüllen.

Derzeit fahren nach Auskunft von Meyer in Schleswig-Holstein lediglich vier Lkw zweier Speditionen. Dänische Lang-Lkw sind derzeit in Schleswig-Holstein noch nicht unterwegs. Einige dänische Transportunternehmen erwägen laut Brancheninformationen derzeit zwar die Teilnahme am Feldversuch. Wegen der unterschiedlichen fahrzeugtechnischen Anforderungen haben sie sich dazu aber offenbar noch nicht entschlossen.

Beide Minister begrüßten in diesem Zusammenhang die im Juni veröffentlichte neue Interpretation der einschlägigen EU-Richtlinie. Damit ist denjenigen Fahrzeugkombinationen die Grenzüberquerung möglich, die die Anforderungen des Feldversuchs in dem EU-Mitgliedsstaat erfüllen, in den sie hineinfahren.

 

 

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