Sommerwetter, Sommerfreude, Sommergefahren

21. August 2012 | Themenbereich: Bevölkerungsschutz | Drucken

Informationen und Tipps zum richtigen Verhalten bei Gewittern – ein Service des BBK

Das zurzeit wunderschöne Sommerwetter in Deutschland soll sich nach Informationen des Deutschen Wetterdienstes nun auch fortsetzen. Die Kehrseite dieses schönen Wetters ist, dass sich teils heftige Gewitter entwickeln können, wobei auch wieder Unwettergefahr durch heftigen Starkregen besteht. Es ist daher wichtig zu wissen, was Bürgerinnen und Bürger zur Vorsorge bei Unwettergefahren tun können oder wie sie sich im Notfall verhalten sollten.

Wenn ein Gewitter aufzieht, sollte man unbedingt ein paar Sicherheitstipps zum eigenen Schutz beachten. Besonders wichtig ist das Thema für Kinder, die sich jetzt in den Ferien bei schönem Wetter gerne den ganzen Tag draußen tummeln, mit dem Fahrrad unterwegs sind oder baden gehen.

Auf der Kinderinternetseite Max und Flocke Helferland des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) können Kinder im Rahmen eines Abenteuerspiels den Umgang mit Alltagsgefahren spielerisch erlernen. Dazu gehört auch das richtige Verhalten bei Gewittern. Zusätzlich finden Eltern und Lehrer weitere Informationen rund um die Themen „Brandschutz/Brandvermeidung“ und „Notruf 112“ in Form von Arbeitsblättern, so auch das Arbeitsblatt „Blitzgescheit – Baustein zum richtigen Verhalten bei Gewitter“.

Als besonderes Angebot gibt es ein Gewinnspiel im diesjährigen Sommerspezial für die Kinder. Das zweigeteilte Sommerspezial „Sonne und mehr im Helferland“ ist mit Ferienbeginn in Berlin online gegangen. Im 1. Teil geht es um den Schutz vor Hitze, Sonne und das richtige Verhalten beim Baden. Der 2. Teil ab 01. August 2012 widmet sich ausführlich dem richtigen Verhalten bei Gewitter.

Mit dem diesjährigen Jahresbericht hat das BBK eine eigene Broschüre „Bevölkerungsschutz für Jung und Alt mit Max & Flocke“ veröffentlicht. Darin gibt es Geschichten rund um Max und Flockes Ferienerlebnisse. Auf den Seiten 6 und 7 heißt es „Max und Flocke bei Gewitter“ und neben der Erzählung, was Max und Flocke erlebt haben, finden sich auch noch einmal Tipps für Kinder zum richtigen Verhalten bei Gewittern. So zum Beispiel:

  • Wirst du von einem Gewitter überrascht, und ist ein massives Gebäude aus Stein in der Nähe, dann gehe hinein.
  •  Ist kein richtiger Schutz zu sehen, dann hocke dich hin, mach dich ganz klein, am besten noch in einer Grube oder einer tieferen Stelle. Nicht flach ausgestreckt hinlegen!
  • Bäume sind kein Schutz! Blitze schlagen gern in hoch Aufragendes ein und sie unterscheiden nicht zwischen Baum und Strommast. Also suche keinen Schutz unter allem, was höher steht oder hinausragt.
  • Gehe niemals bei Gewitter in einem See oder im Freibad ins Wasser. Denn Wasser ist ein super Stromleiter. Also bei Gewitter unbedingt raus aus dem Wasser!

Für Erwachsene empfehlen wir unsere Broschüre „Für den Notfall vorgesorgt“ mit weiteren Tipps rund um die Themen Notfallvorsorge und Selbstschutz.

Das sollten Sie bei Gewittern beachten:

  •  Meiden Sie aufragende Bäume, Masten, Antennen und dergleichen. Verwenden Sie keine Regenschirme. Suchen Sie Schutz in einem Gebäude oder gehen Sie mit eng zusammen stehenden Füßen, möglichst in einer Mulde, auf den Fußballen in die Hocke, nicht hinlegen.
  • Bleiben Sie beim Autofahren im Fahrzeug und berühren Sie keine blanken Metallteile.
  • Halten Sie zu Überlandleitungen einen Mindestabstand von 50 Metern ein.
  • Durch einen Blitz kann es zu Überspannungen kommen. Verlassen Sie sich nicht ausschließlich auf die Blitzschutzanlage Ihres Hauses. Nehmen Sie empfindliche Geräte vom Netz oder verwenden Sie Überspannungsschutz, entsprechende Geräte sind im Handel erhältlich.

Ein Blitzeinschlag kann Mauerwerk erheblich beschädigen und Risse oder Brüche verursachen

 

Generell sollten Sie bei Unwettern griffbereit haben:

  •  ein netzunabhängiges UKW-Radio mit ausreichenden Batterien, falls der Strom ausfällt
  • netzunabhängige Lichtquellen wie Taschenlampen und Kerzen, falls der Strom ausfällt
  • Notgepäck mit wichtigen Dokumenten, falls Sie Ihre Wohnung verlassen müssen.

 

Sind Extremwetterereignisse eine Folge des Klimawandels? – Fragen und Antworten

Die gegenwärtige Häufung von Unwettern und Gewittern mit erheblichen Auswirkungen wirft immer wieder die Frage auf, ob diese Extremwetterereignisse bereits Anzeichen des Klimawandels sind. Zu einigen der immer wieder an das BBK gestellten Fragen geben wir im folgenden Antworten:

 Womit müssen die Menschen zukünftig rechnen?

Aussagen über die Entwicklung des Klimas und insbesondere zum Auftreten von Extremwetterereignissen sind keine Wettervorhersage. Daher kann man immer nur Aussagen zu Tendenzen machen und man hat es immer mit Unsicherheiten zu tun. Derzeit gehen wir davon aus, dass wir es in Zukunft gehäuft und möglicherweise im Verlauf auch verstärkt mit Hitzewellen zu tun haben werden – der Sommer 2003 in ganz Mitteleuropa und auch die Hitzewelle 2010 in Osteuropa können einen Eindruck von den Auswirkungen solcher Ereignisse geben. In einem Forschungsprojekt, das wir im BBK gemeinsam mit unseren Partnern (so z. B. in der Behördenallianz mit Umweltbundesamt, Technisches Hilfswerk, Deutscher Wetterdienst) initiiert haben, deutet sich auch an, dass in Zukunft – vor allem ab der Mitte dieses Jahrhunderts – in einigen Regionen Deutschlands deutlich häufiger als heute mit Starkniederschlägen zu rechnen sein wird. Dabei muss man im Kopf behalten, dass es oft nicht mit dem primären Ereignis allein getan ist: So kann etwa ein Starkniederschlag mit Sturmböen einhergehen, die Bäume entwurzeln oder Infrastrukturen beschädigen; er kann den Boden aufweichen und Hänge ins Rutschen bringen, Überflutungen verursachen und so weiter. Damit wird man auch in Zukunft rechnen müssen – und man sollte sich darauf einstellen!

Können sich die Menschen vorbereiten?

Ein erster Schritt ist es, sich bewusst zu machen, dass Unwetter mit Sturm, Hagel, Starkregen passieren können – es liegt in der Natur der Sache, dass extreme Ereignisse eben nicht tagtäglich stattfinden und dadurch schnell aus unserer Wahrnehmung verschwinden. Wie sich jeder Bürger und jede Bürgerin vorbereiten kann, ist dann eine sehr individuelle Frage – zum einen, was die eigenen Fähigkeiten und die eigene Lebenssituation angeht, zum anderen, was das jeweilige Ereignis betrifft. Erste Anhaltspunkte gibt z.B. die Broschüre „Für den Notfall vorgesorgt“, die beim BBK bestellt oder herunter geladen werden kann. Diese gibt es übrigens in vielen unterschiedlichen Sprachen, damit jeder die Hinweise verstehen und für sich nutzen kann. Will man sich auf ein Starkregenereignis vorbereiten, könnte z.B. der Einbau eines Rückstauventils im eigenen Keller ein Schritt sein. Droht eine Hitzewelle, ist es sehr wichtig, darauf zu achten, dass alle Familienmitglieder – vor allem ältere Menschen und Kleinkinder – genug Wasser trinken und sich nicht in überhitzten Räumen aufhalten. Auch anderen zu helfen ist selbstverständlich eine Option und beispielsweise in Form von Nachbarschaftshilfe oder auch im Rahmen von freiwilligem Engagement bei den örtlichen Katastrophenschutzeinrichtungen möglich. Das führt zu einer wichtigen Erkenntnis: Beim Umgang mit Extremwetterereignissen kommt es sowohl auf die richtige Vorbereitung und Reaktion jedes Einzelnen an, als auch auf die Arbeit der haupt- und ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer im Bevölkerungsschutz.

 Was bedeutet es für Rettungskräfte und deren benötigte technische Ausrüstung, wenn Extremwetterereignisse zunehmen sollten?

Für die Einsatzkräfte bedeutet eine Zunahme von Ereignissen zu allererst potentiell mehr Einsätze – Anpassung von technischer Ausstattung ist in diesem Kontext natürlich ein Thema. Dieses und andere sehr praxisbezogene Themen werden im Rahmen einer Arbeitsgruppe aller im Katastrophenschutz eingebundenen Einrichtungen in Deutschland beim BBK diskutiert. Da geht es nicht nur um Fahrzeuge, sondern auch um die Einsatzfähigkeit bei Stromausfall, die Betroffenheit der eigenen Liegenschaft und andere technische Fragen (nachzulesen in der Broschüre „Klimawandel – Herausforderung für den Bevölkerungsschutz“ zu beziehen über die Internetseite des BBK). Doch ein rein in Richtung Technik und Ausstattung gerichtetes Denken, würde in der Sache zu kurz greifen.

Ein Beispiel: Auch schon heute bei Eintritt eines Starkregens in kurzer Zeit gehen viele Hilfegesuche bei den Leitstellen ein, oft viel mehr als sofort abgearbeitet werden können. Damit die Einsatzkräfte in Zukunft nicht noch öfter mit dieser Situation konfrontiert werden, sind auch Akteure außerhalb des institutionalisierten Bevölkerungsschutzes gefragt: Bürgerinnen und Bürger, die sich vorbereitet haben und bei Eintritt eines Ereignisses wissen, was zu tun ist, ersparen den Rettungskräften möglicherweise einen Einsatz und erleichtern damit für alle die Bewältigung der Situation. Auch ein Denken über die Grenzen von Fachdisziplinen und Ressortzugehörigkeiten hinaus ist in diesem Zusammenhang wichtig, denn viele Fragen stellen sich so oder so ähnlich auch in anderen Bereichen, sodass gemeinsame Lösungen gefunden werden können. So tauschen sich BBK und THW bereits seit Jahren mit Partnern aus dem Umweltbundesamt (UBA), dem Deutschen Wetterdienst (DWD) und dem Bundesinstitut für Bau-, Stadt und Raumforschung (BBSR) im Rahmen einer Behördenkooperation auf Bundesebene über die Themen Anpassung an den Klimawandel und Umgang mit Extremwetterereignissen aus und rufen gemeinsame Aktivitäten ins Leben.

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