Unfallaufnahme muss originäre Aufgabe der Polizei bleiben

15. August 2012 | Themenbereich: Deutsche Polizeigewerkschaft, Interessenvertretungen, Nordrhein Westfalen | Drucken

„Die Aufnahme von Verkehrsunfällen durch die Polizei muss in der Hand der Polizei bleiben. Auch wenn es um Unfälle mit nur geringem Schaden geht.“, sagte DPolG Bundesvorsitzender Rainer Wendt. Damit weist er den Vorschlag des Vorsitzenden der Arbeitsgemeinschaft deutscher Polizeipräsidenten, Hubert Wimber (Münster), zurück.

Dieser fordert, die Polizei nicht mehr zu Unfällen mit Blechschäden zu schicken, um so 30 Prozent des Personals des Wach- und Wechseldienstes für andere Aufgaben freizubekommen. Der Vorsitzende der DPolG Nordrhein-Westfalens, Erich Rettinghaus: „Diese Rechnung wird leider nicht aufgehen. Denn eine Aufgabenreduzierung führt in der Regel auch zu einer Personaleinsparung.“

Entscheidend ist nach Ansicht der DPolG jedoch das Argument, dass mit jeder Verkehrsunfallaufnahme grundsätzlich auch Gefahren, Straftaten und Ordnungswidrigkeiten ermittelt werden können. Wendt: „Oft gehen mit Unfällen strafbare Handlungen einher wie Trunkenheit am Steuer, Fahren unter Drogeneinfluss oder ohne Führerschein. Das kann aber nur die Polizei feststellen und ahnden. Unfälle müssen darüber hinaus statistisch erfasst werden, um zum Beispiel häufige U-fallursachen und örtliche Schwerpunkte benennen zu können. Das ist wiederum wichtig für die polizeiliche Verkehrssicherheitsarbeit.“

Nicht zuletzt hat das Erscheinen der Polizei am Unfallort in den meisten Fällen eine friedensstiftende Wirkung. Erich Rettinghaus: „Unsere Kolleginnen und Kollegen schaffen es häufig, dass die beteiligten Parteien sich schnell und gütlich einigen. Damit werden auch langwierige gerichtliche Auseinandersetzungen vermieden. Der Bürger nimmt zudem die Polizei in einem für ihn als Ausnahmesituation wahrgenommenen Moment, wie sie ein Unfall darstellt, als ‚Freund und Helfer‘ wahr. Das trägt enorm zu einem guten Ansehen der Polizei bei, das nicht unterschätzt werden darf. Denn es hilft im Zweifel in anderen Situationen.“

 

Ihre Meinung ist uns wichtig,
kommentieren Sie diesen Artikel!

Jedoch, auf Cop2Cop gilt die Netiquette als Leitfaden für die Kommunikation. Alle Beiträge werden von Administratoren geprüft und freigeschaltet. Beiträge, die persönliche Beleidigungen, Diffamierungen, rechtswidrige Texte oder Werbung beinhalten, werden ebenso unkommentiert entfernt, wie Off-Topic-Beiträge und SPAM. Zeilen und Absätze brechen automatisch um. Die E-Mail Adresse dient internen Zwecken und wird nie angezeigt.