Zehn Jahre nach der Flut: „Bund und und Länder gefordert“

14. August 2012 | Themenbereich: Bevölkerungsschutz | Drucken

Vor zehn Jahren rollte die Flutwelle auf der Elbe durch Deutschland. 21 Menschen kamen ums Leben, 300 Quadratkilometer Fläche standen unter Wasser, zahllose Gebäude wurden zerstört oder beschädigt. Seither wurden nicht nur Häuser wieder aufgebaut; auch der Schutz vor künftigen Katastrophen stand auf dem Plan. „Das ist ein langer, mühsamer Weg, bei dem vor allem drei Punkte wichtig sind“, erläutert Hans-Peter Kröger, Präsident des Deutschen Feuerwehrverbandes (DFV): „Die Menschen in den betroffenen Gebieten müssen gewarnt werden können. Sie müssen sich selbst helfen können, bis Hilfe der Feuerwehr eintrifft. Schlussendlich müssen die Feuerwehren für solche herausragenden Einsätze auch ausgestattet sein. Hier sind Bund und Länder weiterhin gefordert!“

 Warnung der Bevölkerung

In einer Resolution mahnte die Delegiertenversammlung des DFV an, dass derzeit keine flächendeckende Warnmöglichkeit für die Bevölkerung in Deutschland vorhanden ist (www.feuerwehrverband.de/resolution-warnung-der-bevoelkerung.html). Auch gibt es kein Signal, das auch einen Weckeffekt beinhaltet. „Ein Weckeffekt mit einer eindeutigen Handlungsanweisung muss in Gebäuden ebenso wie im Freien erreicht werden“, fordert der Verbandspräsident und empfiehlt in Hochwassergebieten die Installation oder die Nutzung von vorhandenen Sirenen.

Selbsthilfefähigkeit der Bevölkerung

Der Deutsche Feuerwehrverband fördert die Selbsthilfefähigkeit der Bevölkerung. So werden aktuell Siebt- und Achtklässlern aus ausgewählten Schulen in Hessen und Thüringen Grundkenntnisse im Umgang mit außergewöhnlichen Lebenslagen beigebracht. Der Unterricht ist ein Modul im Rahmen eines Selbsthilfe-Pilotprojektes des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK). „Die Menschen müssen wissen, wie sie sich auf Katastrophen und Notlagen vorbereiten können, um im Ernstfall überlegt handeln zu können“, erläutert Kröger. Der Deutsche Feuerwehrverband sieht die Notwendigkeit, dass dies bereits Schülerinnen und Schüler lernen.

 Ausstattung der Feuerwehren

Aktuell wurden 190 Löschgruppenfahrzeuge-Katastrophenschutz (LF-KatS) der neuen Generation durch das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe in den Dienst gestellt, um alte Fahrzeuge abzulösen. „Die Ersatzbeschaffung muss konsequent weitergeführt werden, um den Ansprüchen der Einsatzlagen gewachsen zu sein!“, mahnt DFV-Präsident Hans-Peter Kröger an. Die noch ausstehenden Schlauchwagen sind unter anderem auch bei Hochwassereinsätzen von großer Bedeutung. „Die Feuerwehren müssen adäquat für den Bevölkerungsschutz ausgerüstet sein“, so der Feuerwehr-Präsident.

 

Quelle: Deutscher Feuerwehrverband

 

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