Netzwerk zur Arbeitsmarktintegration von Haftentlassenen wird fortgeführt

14. August 2012 | Themenbereich: Schleswig-Holstein, Strafvollzug | Drucken

Das Justizministerium sichert den Fortbestand des schleswig-holsteinischen Netzwerks zur Integration von Haftentlassenen in den Arbeitsmarkt. Die Förderung mit Bundes- und europäischen Sozialfondsmitteln (ESF) aus dem Xenos-Programm ist Ende Juli 2012 ausgelaufen. Sie ermöglichte die Entwicklung von Standards für ein landesweites Netzwerk und zudem die Tätigkeit von zwei Integrationsbegleitungen. Deren Aufgaben können nun mithilfe von Landesmitteln fortgeführt werden, da aufgrund von geringeren Ausgaben in laufenden Qualifizierungsprojekten Mittel zur Verfügung stehen. Dazu sagte Justizministerin Anke Spoorendonk: „“Im Vollzug besteht ein breites zielgruppen- und arbeitsmarktorientiertes Qualifizierungs- und Arbeitsangebot. Insbesondere die Investitionen in die schulischen und beruflichen Qualifizierungen sind aber nur dann wirklich erfolgreich, wenn sie in eine Arbeitsmarktintegration nach der Haftentlassung münden. Integration in den Arbeitsmarkt ist ein wesentlicher Faktor, wenn es darum geht, Rückfälle zu vermeiden. Damit trägt sie auch zur Sicherheit in unserem Land bei.““

Das Land fördert den Einsatz von drei Integrationsbegleitungsstellen an den Standorten Kiel, Lübeck und Neumünster. Weitere zwei Stellen werden im Rahmen des Zukunftsprogramms Arbeit für Schleswig-Holstein am Standort Schleswig gefördert. Das landesweite Netzwerk zeichnet sich durch enge Kooperationen mit den Arbeitsagenturen, den Jobcentern sowie der Regionaldirektion Nord und dem Unternehmerverband Nord aus. Die Weiterentwicklung der Integrationsbegleitung und des Übergangsmanagements ist im Koalitionsvertrag verankert.

Die individuelle Begleitung der Gefangenen beginnt in den letzten Monaten vor der Haftentlassung und dauert daran anschließend sechs Monate fort. Bestehende Hilfesysteme (z.B. Bewährungshilfe) werden hiermit arbeitsmarktbezogen ergänzt. Die Integrationsbegleiterinnen und Integrationsbegleiter unterstützen in den verschiedenen Regionen des Landes die Suche nach einem geeigneten Ausbildungs-, Qualifizierungs- oder Arbeitsplatz bei Arbeitgebern, die bereit sind, Haftentlassenen eine Chance am Arbeitsmarkt zu geben. Sie stehen als Ansprechpartner für Betriebe zur Verfügung, kooperieren mit Agenturen, Jobcentern und Optionskommunen, bieten den Hilfestellung in Bewerbungsverfahren, begleiten bei Behördengängen und unterstützen bei der Vermittlung von Hilfsangeboten.

 

Die Integrationsbegleitung erfolgt durch den TÜV NORD Bildung für Kiel, Lübeck und Neumünster und das Berufsbildungszentrum Schleswig (BBZ Schleswig). Die Personal- und Sachkosten je Anlaufstelle belaufen sich auf rund 50.000,- € pro Jahr.

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