Lagebild 2011 Gewalt gegen Polizisten

7. August 2012 | Themenbereich: Polizei | Drucken

+++ „Die Intensität der Gewalt gegenüber Polizistinnen und Polizisten ist nach wie vor erschreckend“, fasste der Bayerische Innenminister Joachim Herrmann heute in Nürnberg die Ergebnisse des bayerischen Lagebildes ‚Gewalt gegen Polizeibeamte 2011‘ zusammen. „Der Trend zu immer häufigeren und schwerwiegenderen Übergriffen auf die Polizei setzte sich im vergangenen Jahr leider verstärkt fort.“ Für den Innenminister sind daher umfangreiche Maßnahmen zum Schutz sowie zur konsequenten und schnellen Verfolgung der Gewalttäter notwendig. Herrmann betonte: „Schützen wir mit aller Entschlossenheit die Sicherheit derer, die uns schützen – im Interesse der Sicherheit unseres Landes!“ +++

In Bayern ereigneten sich im Jahr 2011 6.909 Fälle von Gewalt gegen Polizeibeamtinnen und –beamte. Das ist im Vergleich zum Vorjahr eine Steigerung um zehn Prozent. 14.645 Polizistinnen und Polizisten waren 2011 von psychischer und physischer Gewalt betroffen, 13,4 Prozent mehr als im Vorjahr. „Statistisch gesehen wurden damit in Bayern jede dritte Kollegin und jeder dritte Kollege in Ausübung ihres Dienstes beleidigt, bespuckt, bedroht, geschlagen oder getreten“, verdeutlichte Herrmann. Dabei wurden 1.918 Polizistinnen und Polizisten verletzt (+ 17,1 Prozent), davon 21 schwer. Weit mehr als zwei Drittel aller Tatverdächtigen (72 Prozent) standen erkennbar unter Rauschmitteleinfluss.

Laut Herrmann werden die Ergebnisse des neuen Lagebilds eingehend analysiert, um weiterführende Maßnahmen zum Schutz der Polizistinnen und Polizisten treffen zu können. Dazu gehöre für Herrmann unter anderem die Weiterentwicklung von Einsatzkonzeptionen und Leitlinien sowie eine Anpassung der Aus- und Fortbildung. Besonderen Stellenwert habe für den Innenminister auch die weitere Verbesserung der Ausstattung: „Wir werden beispielsweise die ballistischen Überziehschutzwesten um einen Oberarm- und Schulterschutz erweitern und den Schutz durch einen ballistischen Helm vervollständigen.“

Bereits letztes Jahr wurden vielfältige Maßnahmen getroffen, um Polizistinnen und Polizisten vor Gewalt zu schützen. So wurde aufgrund einer bayerischen Bundesratsinitiative der Strafrahmen beim Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte von zwei auf drei Jahre Freiheitsstrafe angehoben und die Verwendung von bestimmten gefährlichen Werkzeugen zum besonders schweren Fall qualifiziert. Zudem wurde im Nachtragshaushalt 2012 eine Million Euro für die Verbesserung der Schutzausstattung zur Verfügung gestellt. Darüber hinaus wurde die Kriminologische Forschungsgruppe der Bayerischen Polizei mit einer eingehenden Untersuchung des Gewaltphänomens beauftragt und spezielle Arbeitsgruppen zur Erarbeitung von Schutzmaßnahmen eingesetzt. Unter anderem wurde der Umgang mit aggressiven Personen in Polizeilichen Einsatztrainings näher aufgearbeitet.

1 Kommentar
Hinterlasse einen Kommentar »

  1. Eine erschreckende Entwicklung. Gute Freunde von mir sind ebenfalls Kommissare und berichten auch ab und zu von Gewalt gegen Autoritäten, gerade bei Demonstrationen oder in Fußball-Stadien, dass man sprachlos wird. Und es müssen ja nicht einmal große Events sein. Wenn ich mir überlege, dass manche Menschen vorsätzlich auf Polizisten losgehen ( http://www.stuttgart-online.org/nachrichten/polizist-mit-eigenem-schlagstock-krankenhausreif-geschlagen/163 ), dann kann ich einfach nur den Kopf schütteln..was den Betroffenen leider auch wenig hilft. Eine härtere, abschreckendere Gesetzgebung wäre vllt. eine Option…

Ihre Meinung ist uns wichtig,
kommentieren Sie diesen Artikel!

Jedoch, auf Cop2Cop gilt die Netiquette als Leitfaden für die Kommunikation. Alle Beiträge werden von Administratoren geprüft und freigeschaltet. Beiträge, die persönliche Beleidigungen, Diffamierungen, rechtswidrige Texte oder Werbung beinhalten, werden ebenso unkommentiert entfernt, wie Off-Topic-Beiträge und SPAM. Zeilen und Absätze brechen automatisch um. Die E-Mail Adresse dient internen Zwecken und wird nie angezeigt.