Feuerwehrlehrgänge mit Kind und Kegel

20. Juli 2012 | Themenbereich: Brandenburg, Feuerwehr - Katastrophenschutz | Drucken

Die Aus- und Fortbildung für Feuerwehrleute an Brandenburgs Landesschule und Technischen Einrichtung für den Brand- und Katastrophenschutz (LSTE) wird familienfreundlicher. Wie Innenminister Dietmar Woidke am Freitag in Potsdam ankündigte, wird auf dem Gelände der LSTE in Eisenhüttenstadt bis Ende nächsten Jahres mit 400.000 Euro aus dem so genannten „Mauerfonds“ ein Gebäude für die Unterbringung von bis zu fünf vierköpfigen Familien und einer Betreuungseinrichtung für die Kinder errichtet. „Nachdem der Bund jetzt das Geld freigegeben hat, wollen wir alles daran setzen, dieses Projekt so schnell wie möglich zu verwirklichen“, sagte Woidke.

„Die Freiwilligen Feuerwehren sind das Rückgrat des Brand- und Katastrophenschutzes in unserem Land. Die Angehörigen der freiwilligen Feuerwehren und ihre Familien nehmen für den unverzichtbaren ehrenamtlichen Einsatz große persönliche Belastungen auf sich. Sie müssen nicht nur immer einsatzbereit sein, sondern  auch viel freie Zeit für die notwendigen Aus- und Fortbildungen opfern. Dieses Engagement kollidiert nicht selten mit ungelösten Fragen etwa bei der Kinderbetreuung. Deshalb wollen wir den Mitgliedern der freiwilligen Feuerwehren mit dem neuen Angebot die Vereinbarkeit von Ehrenamt, Familie und Beruf erleichtern“, betonte Woidke.

Er erwartet, dass das neue Angebot das Engagement in den freiwilligen Feuer- wehren attraktiver macht und auch jene anlockt, die ungelöste Fragen der Kinderbetreuung bislang von einem Mitwirken im ehrenamtlichen Brandschutz abgehalten haben, Feuerwehrangehörige sollen ihre Kinder während der Lehrgänge in guten Händen wissen. Neben den Kindern können sie auch ihre Partner oder Partnerinnen mitnehmen, was bei Wochenendlehrgängen von Bedeutung ist.

Die Betreuung der Kinder wird durch qualifiziertes Erziehungspersonal sowie Fachpersonal der Jugendfeuerwehren sichergestellt. Die Jugendfeuerwehrangehörigen sollen dabei für eine kindgerechte Brandschutzerziehung sorgen und selbstverständlich auch Lust am Mitmachen in den Jugendfeuerwehren wecken. Außerdem soll es den Familien in Zusammenarbeit mit der Stadt Eisenhüttenstadt ermöglicht werden, die örtlichen Kultur- und Freizeiteinrichtungen zu besonderen Konditionen zu nutzen.

Der Mauerfonds wurde 1996 geschaffen. Er speist sich aus Einnahmen des Bundes durch den Verkauf von Mauer- und Grenzgrundstücken an die früheren Eigentümer. Sobald eine Summe von rund zehn Millionen Euro aufgelaufen ist, werden die Gelder regelmäßig nach einem festgelegten Verteilungsschlüssel an die Länder Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen ausgeschüttet, Die Mittel dürfen nur für Projekte verwendet werden, die wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Zwecken dienen. Die Freigabe der Mittel für ausgewählte Projekte muss von den Ländern über das Bundesfinanzministerium beim Haushaltsausschuss des Bundestages beantragt werden.

Die LSTE ist zentrale Ausbildungsstätte für die Feuerwehren und Kompetenzzentrum für den Brand- und Katastrophenschutz. Sie leistet insbesondere die Führungs- und Spezialausbildung der Feuerwehrangehörigen. Im vergangenen Jahr führte die Einrichtung 233 Lehrgänge durch, bei denen knapp 4.000 Teilnehmer gezählt wurden.

 

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