Offener Brief an den ADFC

19. Juli 2012 | Themenbereich: Verkehr | Drucken

Öffentlicher Brief

Sehr geehrter Herr Syberg,

wie ich dem Artikel „Lücke im Ständer“ aus der Ausgabe Nr. 28 des Spiegels vom 09.07.2012 entnehmen konnte, unterstellen Sie den Ermittlern den fehlenden Willen zur Aufklärung von Fahrraddiebstählen.

Sie werden auch in der Lokalpresse, namentlich im Berliner Kurier, so zitiert.

Diesen Vorwurf an die Ermittler, den Sie in keiner Weise begründen, kann ich so nicht im Raum stehen lassen, da er nicht den Tatsachen entspricht und eine pauschale Diffamierung aller mit der Verhinderung und Aufklärung befassten Polizeibeamten und Angestellten darstellt.

Obwohl der gesetzliche Auftrag nach § 163 StPO allein als Verpflichtung ausreichend wäre, engagieren sich viele Kolleginnen und Kollegen über das normale Maß hinaus Tag täglich um die Verhinderung und Aufklärung von Fahrraddiebstählen, trotz mangelnder personeller und materieller Ausstattung.

Gerade in Berlin sind in jeder Direktion, also den örtlichen Referaten Verbrechensbekämpfung, jeweils Kriminalisten nur für die Bearbeitung und Aufklärung von Fahrraddiebstählen eingesetzt, von denen man behaupten kann, dass sie Spezialisten auf ihrem Gebiet sind. Die Ergebnisse fließen in die Präventionsarbeit ein, um die Fahrradnutzer zu informieren und vor Schäden zu bewahren.

Berücksichtigt man jedoch die Tatsache der stark angestiegen Zahl der Fahrradbesitzer auf der einen Seite, und die nicht angestiegen Zahl der Ermittlungsbeamten auf der anderen, wird das Missverhältnis deutlich. Dies kann als ein Grund für die geringe Aufklärungsquote herangezogen werden. BDK LV Berlin | Chausseestr. 116 | 10115 Berlin ADFC Herrn Ulrich Syberg Grünenstr. 120 28199 Bremen Ihr/e Zeichen/Nachricht vom Ihr/e Ansprechpartner/in Michael Böhl Funktion Landesvorsitzender E-Mail lv.berlin@bdk.de Telefon 030/680 79 462 Telefax 030/680 79 464 Berlin, 17/07/2012

Ein weiterer Grund ist sicherlich auch die Qualifizierung und der Organisationsgrad der Täter bzw. Tätergruppen.

Es ist aber auch zu betonen, dass leider immer wieder Fahrräder sichergestellt werden, die offensichtlich entwendet wurden, aber wegen fehlender Anzeigen oder fehlender Identifizierungsnummern keiner Straftat bzw. keinem Eigentümer zugeordnet werden können.

Ich möchte Sie daher bitten, Ihren Vorwurf in Bezug auf die niedrigen Aufklärungsquoten zum Fahrraddiebstahl: Zitat „Das ist nicht nur der Gerissenheit der Räuber geschuldet, sondern auch dem fehlenden Willen der Ermittler.“ zu begründen oder zurückzunehmen.

Der Bund Deutscher Kriminalbeamter setzt sich für eine qualitative und quantitative Verbesserung von Prävention und Repression ein und steht in diesem Zusammenhang auch für fachliche Informationen und Lösungsvorschläge zur Verfügung, was sicher auch im Sinne des ADAFC sein dürfte.

Mit freundlichen Grüßen

Michael Böhl

BDK Berlin

Ihre Meinung ist uns wichtig,
kommentieren Sie diesen Artikel!

Jedoch, auf Cop2Cop gilt die Netiquette als Leitfaden für die Kommunikation. Alle Beiträge werden von Administratoren geprüft und freigeschaltet. Beiträge, die persönliche Beleidigungen, Diffamierungen, rechtswidrige Texte oder Werbung beinhalten, werden ebenso unkommentiert entfernt, wie Off-Topic-Beiträge und SPAM. Zeilen und Absätze brechen automatisch um. Die E-Mail Adresse dient internen Zwecken und wird nie angezeigt.