Fachtagung für Toleranz und gegen Extremismus

17. Juli 2012 | Themenbereich: Bayern, Innere Sicherheit | Drucken

„Die bayerischen Regionalbeauftragten für Toleranz und Demokratie helfen den Schulen, aber auch den Eltern, Aufklärungsarbeit zu leisten und für Demokratie zu werben. Sie üben einen wichtigen Dienst an unserer Gesellschaft aus“, betonten Eck und Sibler heute zum Auftakt der Fachtagung der Regionalbeauftragten für Toleranz und Demokratie in Nürnberg.

Mit Hilfe von 15 Regionalbeauftragten beschreitet der Freistaat seit 2009 einen neuen Weg der Bekämpfung von Extremismus an bayerischen Schulen. Die Beauftragten sind in der Regel Schulpsychologen. Sie beraten Lehrkräfte in Fragen der Demokratieförderung und der Prävention gegen Extremismus und wirken auch in der Lehrerfortbildung mit. Gleichzeitig sind sie Ansprechpartner vor Ort für Eltern und Schüler.

„Die Prävention gegen beide Seiten des politischen Extremismus, den Rechts- und den Linksradikalismus, ist eine wichtige Aufgabe aller bayerischen Schulen“, so Staatssekretär Sibler.

Er würdigte die Arbeit der Schulen: „Mit Unterstützung der Regionalbeauftragten gelingt es ihnen, mit verschiedensten Projekten bei ihren Schülern Toleranz und Demokratieverständnis zu fördern.“

Staatssekretär Eck ergänzte, dass sich hier insbesondere auch die Zusammenarbeit mit der Bayerischen Informationsstelle gegen Extremismus (BIGE) bestens bewährt habe. Zudem verwies Eck auf die Broschüre ‚Nein zu Neonazis & Co.‘ des Bayerischen Innenministeriums: „Sie klärt über die Gefahren des Rechtsextremismus auf und gibt Jugendlichen, Eltern und Lehrern wichtige Hilfestellungen und Tipps.“

Der Innenstaatssekretär betonte auch, dass neben dem Rechtsextremismus andere Extremismusarten keinesfalls verharmlost werden dürften: „Gerade das Gewaltpotenzial von Linksextremisten ist erschreckend, wie zahlreiche jüngere Anschlagsserien zeigten. Deshalb haben wir den Aufgabenbereich der BIGE im letzten Jahr auf den Bereich des Linksextremismus erweitert.“

 Schüler im Gespräch mit den Staatssekretären Eck und Sibler

Zu Beginn der Tagung stellte die Mittelschule Hans-Sachs-Straße Fürth die Ergebnisse ihrer Projektwoche „Unsere Welt ist bunt“ den beiden Staatssekretären vor. Die Schülerinnen und Schüler hatten sich in verschiedenen Projekten mit kultureller Vielfalt und Toleranz auseinandergesetzt. So illustrierte beispielsweise eine fünfte Klasse verschiedene Aspekte eines menschenwürdigen Umgangs miteinander. Einander offen anzunehmen und zu akzeptieren ist auch im Leitbild der Schule verankert, die als erste Mittelschule in Fürth zur „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ ernannt wurde.

Zeitzeugen berichten von ihren persönlichen Erfahrungen

Bis zum 18. Juli tauschen die Regionalbeauftragten im Nürnberger Dokumentationszentrum ihre bisherigen Erfahrungen in der Demokratieförderung aus, diskutieren Methoden zur Prävention gegen politischen Extremismus und führen Gespräche mit Zeitzeugen. Anhand von konkreten Beispielen informieren sie darüber, wie sie Schulen bei ihrer Präventionsarbeit unterstützen.

Die Initiative der Regionalbeauftragten ist in Zusammenarbeit mit der Landeszentrale für Politische Bildungsarbeit und der BIGE entstanden. Sie ist ein Bestandteil des „Bayerischen Handlungskonzepts gegen Rechtsextremismus“ des Bayerischen Kabinetts von 2009, um die Erziehung zu Demokratie und gegen politischen Extremismus weiter zu verstärken.

 

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