Niedrigere Promillegrenze für Radfahrer

16. Juli 2012 | Themenbereich: Verkehr | Drucken

Der nordrhein-westfälische Innenminister Ralf Jäger (SPD) hat eine deutliche Senkung der Promillegrenze für Radfahrer gefordert. Rainer Wendt, Bundesvorsitzender der Deutschen Polizeigewerkschaft, schließt sich dem an „Schwache und durch fehlende Karosserie ungeschützte Verkehrsteilnehmer, zu denen Radfahrer gehören, sind in besonderer Weise zu schützen.“.

In Deutschland verunglückten im Jahre 2010 rund 3.500 Radfahrer unter Alkoholeinfluss. Im vergangenen Jahr waren alleine in Nordrhein-Westfalen 960 betrunkene Radfahrer an Unfällen mit Toten und Verletzten beteiligt; davon hatten 840 mehr als 1,1 Promille im Blut.

Eine Fahrradstudie in Münster, bei der Polizei, Versicherer und Kliniken ihre Daten zusammenführten, ergab, dass besonders viele und schwere Fahrradunfälle in Nächten an Wochenenden geschehen; bei zwölf Prozent der Unfälle wurde die Alkoholisierung des Radfahrers als Ursache ausgemacht – jeder zweite Radfahrer, der dort in den vergangenen fünf Jahren ums Leben kam, war angetrunken.

Für Autofahrer beginnt eine strafbare Trunkenheitsfahrt bei einer Blutalkoholkonzentration von 1,1 Promille. Ist dieser Grenzwert erreicht, wird von einer „absoluten Fahruntüchtigkeit“ ausgegangen. Radfahrer machen sich im öffentlichen Verkehr erst ab 1,6 Promille strafbar. Nach Vorstellungen des Ministers soll diese Grenze nun auf 1,1 Promille gesenkt werden und damit an den Wert, der für Kraftfahrzeugführer gilt, angelehnt werden.

Erich Rettinghaus, Landesvorsitzender der Deutschen Polizeigewerkschaft in Nordrhein-Westfalen, dazu: „Die nach vorausgegangenem Gaststättenbesuch vermeintlich gefahrlose Heimfahrt mit dem Fahrrad entpuppt sich in zu vielen Fällen als tödliches Unterfangen. Die Herabsetzung der Grenze für die „absolute Fahruntüchtigkeit“ bei Radfahrern ist der richtige Weg – trägt er doch dazu bei, diese Verkehrsteilnehmer zu schützen!“.

 

 

 

 

 

 

 

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