Gemeinsam gegen Rauschtrinken von Kindern und Jugendlichen

16. Juli 2012 | Themenbereich: Innere Sicherheit, Sachsen | Drucken

Abschluss einer Rahmenvereinbarung zwischen Sozialministerium und Krankenkassen zur Umsetzung des Alkoholpräventionsprojektes HaLT

Um dem bundesweiten Trend des riskanten Rauschtrinkens bei Kindern und Jugendlichen eine Präventionsmaßnahme entgegen zu stellen, entstand das Projekt »HaLT – Hart am LimiT« als kommunale Alkoholpräventionsstrategie zunächst in Baden-Württemberg. Mittlerweile ist das Projekt an insgesamt 145 Standorten in 15 Bundesländern etabliert.

»Ich freue mich sehr, dass es uns gemeinsam gelungen ist, diese Vereinbarungen zu erstellen. Damit verbinden möchte ich meinen Dank für die konstruktive Zusammenarbeit, vor allem aber für das Engagement bei der Prävention riskanten Alkoholkonsums sächsischer Kinder und Jugendlicher. Mein Dank umfasst auch die Arbeit der beiden Standorte Dresden und Leipzig, die durch ihre solide Arbeit überzeugen konnten und dadurch den Abschluss der Vereinbarungen erleichtert haben«, erklärte Gesundheitsministerin Christine Clauß.

In Sachsen gibt es mit Dresden seit 2008 und Leipzig seit 2010 zwei Standorte, die dieses Projekt umsetzen. Diese Etablierung wurde durch eine Modellfinanzierung der AOK PLUS möglich. Um die Arbeit von »HaLT« in diesen Kommunen über die Modellphase hinaus zu unterstützen, hat das Sächsische Staatsministerium für Soziales und Verbraucherschutz gemeinsam mit der AOK PLUS, dem BKK-Landesverband Mitte, der IKK classic, der Knappschaft und dem Verband der eine Rahmenvereinbarung zur Umsetzung des HaLT-Projektes in Sachsen abgeschlossen. Diese ermöglicht die finanzielle Absicherung des reaktiven Bausteins – vorausgesetzt die notwendigen Qualitätsstandards sind umgesetzt – durch die beteiligten Krankenkassen.

Im reaktiven Teil des Projektes erfolgt mit Kindern und Jugendlichen, die mit einer Alkoholintoxikation in ein Krankenhaus eingeliefert worden, noch im Krankenhaus ein Beratungsgespräch durch speziell geschulte Fachkräfte mit dem Ziel, den Alkoholkonsum zu reflektieren und Hilfe anzubieten. Dem sollten Gespräche mit den Eltern und eine Teilnahme am Gruppenangebot »Risiko-check« folgen. Ansatz des proaktiven Projektteils ist, riskantes Rauschtrinken im Vorfeld zu verhindern. Dazu gehören z.B. die konsequente Einhaltung von Gesetzen und eine breite Öffentlichkeitsarbeit.

Gleichzeitig verbinden die Partner mit der vorliegenden Rahmenvereinbarung die Hoffnung, weitere Kommunen in Sachsen zum Aufbau eines entsprechenden Projektes zu motivieren. Die vorliegenden Zahlen unterstreichen weiteren Bedarf.

 Statements der Krankenkassen:

„Mit dem Projekt „HaLT – Hart am Limit“ haben die Beteiligten einen wirksamen Ansatz gefun-den, der einerseits auf die Stärkung der Vorbeugung zielt – die konsequente Einhaltung des Jugendschutzes, Stärkung der Jugend- und Bildungsarbeit, Aufbau von Beratungsnetzen – und andererseits aufsuchende Hilfe anbietet, wenn Jugendliche mit Alkoholvergiftung im Krankenhaus landen. Dann und dort Familie und Freunde in die Arbeit einzubeziehen, stärkt aus unserer Sicht die Nachhaltigkeit der Hilfe“, betonte Rolf Steinbronn, Vorstandsvorsitzender der AOK Plus.

„Wir müssen nicht tatenlos zusehen, wenn Zehnjährige volltrunken im Krankenhaus landen. Mit dem HaLT-Konzept können wir das Trinkverhalten der Kinder wirksam ändern, die beim ersten Experimentieren mit Alkohol hart auf die Nase gefallen sind. Und wir haben einen weiteren Baustein, um das soziale Umfeld beim Konsumverhalten einzubinden: Feiern ja -Komasaufen nein!“, sagte Ulrike Heinke, Leiterin der Landesvertretung Sachsen des Verband der Ersatzkassen e.V. (vdek)

„Die IKK classic trägt die Initiative HaLT bereits in anderen Regionen Deutschlands mit. Als Un-ternehmen mit Hauptsitz in Dresden war es uns aber ein ganz besonderes Anliegen, dieses wichtige Projekt auch im Freistaat Sachsen zu etablieren. Wir freuen uns, dass dies nun gelungen ist“, erklärt Sven Hutt, Landesgeschäftsführer der IKK classic.

„Mit der Rahmenvereinbarung werden erstmalig die Aufgaben und Pflichten der Partner bei der Betreuung von Kindern und Jugendlichen mit Alkoholintoxikation auf vertraglicher Basis geregelt“, betont der Leiter der Regionaldirektion der Knappschaft Chemnitz, Thorsten Zöfeld. „Sie ergänzt die vielfältigen Aktivitäten der Knappschaft in Sachsen bei der Primärprävention und der Unterstützung der Suchtselbsthilfe.“

Bernd Spitzhofer, Landesvertreter Sachsen des BKK Landesverbandes Mitte: „Suchtprävention bei Kindern und Jugendlichen ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Die Betriebskrankenkassen tragen ihren Teil dazu bei, indem sie qualitätsgesicherte Präventionsprojekte fördern und unterstützen.“

 

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