Senkung der Promillegrenze für Radfahrer

15. Juli 2012 | Themenbereich: Nordrhein Westfalen, Verkehr | Drucken

Der Bundesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP) Bernhard Witthaut hat heute Polizeipräsident Hubert Wimber in Münster besucht. Neben dem Meinungsaustausch über gewerkschaftspolitische Themen stand die Verkehrssicherheitsarbeit im Vordergrund. Wimber und Witthaut forderten in diesem Zusammenhang gemeinsam die Senkung der Promillegrenze für Radfahrer. „Wer alkoholisiert Fahrrad fährt, gefährdet sich und Andere erheblich“, sagte Wimber. „Der Spaß hört da auf, wo Verkehrsteilnehmer nicht mehr in der Lage sind, sicher am Straßenverkehrs teilzunehmen“, erläuterte Witthaut. „Das ist beim Radfahren nicht anders als beim Autofahren.“ Deshalb unterstützen Wimber und Witthaut die Empfehlung des Deutschen Verkehrssicherheitsrates, die Grenze zur Fahruntüchtigkeit bei Radfahrern auf 1,1 Promille zu senken. Dieselbe Grenze gilt auch für die absolute Fahruntüchtigkeit bei Autofahrern.

Wimber und Witthaut setzen sich zusätzlich für einen Ordnungswidrigkeitentatbestand bei niedrigeren Promille-Werten ähnlich wie bei Autofahrern ein. „Wir brauchen diese Sanktionierungsebene, um schon vor dem Begehen einer Straftat deutlich zu machen: Radfahren unter Alkoholeinfluss ist kein Kavaliersdelikt“, erläuterte Wimber. Wo hier die exakten Grenzwerte liegen, sollen nach Ansicht von Wimber und Witthaut wissenschaftliche Untersuchungen ergeben.

Allein in Münster wurden 2012 im ersten Halbjahr 27 Radfahrern Blutproben nach einem Verkehrsunfall entnommen, weil sie zuvor Alkohol getrunken hatten. Insgesamt ertappten die Polizistinnen und Polizisten über einhundert betrunkene Radfahrer im Stadtgebiet. „Das Problem ist aber nicht münsterspezifisch, sondern besteht bundesweit“, betonte Witthaut. „In Deutschland ist jeder zehnte Verkehrstote Opfer eines Unfalls unter Alkoholeinfluss. Darunter sind viele Radfahrer. Jedes Opfer ist eins zu viel.“

„Immer wieder zeigt sich bei den Kontrollen fehlendes Unrechtsbewusstsein“, betonte Wimber. „Deshalb müssen wir dafür sorgen, dass wir das Thema in die Köpfe der Menschen bekommen.“ Regelmäßig informiert die Polizei Münster Radfahrerinnen und Radfahrer deshalb bei besonderen Aktionen über die Gefahren von Alkohol im Straßenverkehr. Hier steht die Prävention im Vordergrund. Was die Verkehrssicherheitsberater in Münster leisten, sahen sich Bernhard Witthaut und Hubert Wimber vor Ort an. An der Promenade in Höhe der Salzstraße besuchten sie den Info-Stand der Direktion Verkehr. Dort fand die Auftaktveranstaltung der vierten von acht geplanten Schwerpunktaktionen „Sicher durch Münster“ statt. Im Vordergrund standen Informationen, um Alkoholfahrten auf dem Fahrrad zu veranschaulichen. Dabei kam auch eine „Rauschbrille“ zum Einsatz. Mit ihr können Radler hautnah nachvollziehen, wie sich ihr Blickfeld unter zunehmendem Alkoholeinfluss verändert.

 

 

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