Weniger Verkehrstote in Großstädten

6. Juli 2012 | Themenbereich: Verkehr | Drucken

Ungeachtet der jüngsten Schwankungen im Verlauf der Verkehrsunfallentwicklung sieht der ACE Auto Club Europa insgesamt gute Perspektiven für mehr Sicherheit im Straßenverkehr. „Besonders die Großstädte in Deutschland sind alles in allem auf guten Wegen und können sich möglicherweise bald eine Spitzenstellung in der Unfallverhütung erobern“, sagte ACE-Sprecher Rainer Hillgärtner am Freitag in Stuttgart.

Demnach kommen schon heute speziell in den 28 Metropolregionen Deutschlands vergleichsweise wenig Menschen im Straßenverkehr ums Leben, hier betrug 2010 die Quote der Getöteten im Schnitt 1,8 auf 100.000 Einwohner, während der bundesweite Schnitt eine Quote von 4,5 auf 100.000 Einwohner ausweist. Der ACE-Sprecher macht darauf aufmerksam, dass in den deutschen Großstädten mit jeweils mehr als 250.000 Einwohnern zusammengenommen bald 23 Prozent (18,5 Millionen) aller Bundesbürger leben, während dort nur knapp 18 Prozent aller zugelassenen Kraftfahrzeuge (51,7 Millionen) gemeldet sind. Hillgärtner: „Die Formel lautet: Je mehr Fußgänger, Radler und öffentlicher Personennahverkehr, desto geringer ist das Risiko, einen folgenschweren Unfall zu erleiden.“ In dieser Annahme sieht sich der ACE auch durch eine aktuelle Prognose der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) bestätigt, wonach innerhalb geschlossener Ortschaften die Zahl der Verkehrstoten mittelfristig um fast 70 Prozent zurückgehen wird, von knapp 1.400 (2006) auf etwa 400 Getötete (2020). (Quelle: BASt-Forschung kompakt 8/12)

Nach der vom ACE zitierten BASt-Studie wird die Zahl aller getöteten Personen im Straßenverkehr bis zum Ende des Jahrzehnts voraussichtlich um etwa die Hälfte sinken: von rund 5.100 Getöteten (2006) auf etwa 2.500 Getötete (2020). Bei den Schwerverletzten ist ebenfalls mit einer Halbierung im gleichen Zeitraum auf etwa 37.000 Personen zu rechnen (2006: 74.500 Schwerverletzte).

Auch Autoinsassen profitieren von der Verkehrssicherheit

Auf Autobahnen – sie gelten laut ACE schon heute als vergleichsweise sicher – beträgt die Reduktion immerhin noch etwa zwei Drittel (minus 64 Prozent von 645 auf etwa 230 Getötete). Die anteilsmäßig größten Rückgänge der Anzahl schwer Verunglückter (Getötete und Schwerverletzte) gibt es voraussichtlich bei den Fußgängern (minus 66 Prozent) sowie den Pkw-Insassen (minus 54 Prozent). Den geringsten Rückgang weisen die Nutzer von motorisierten Zweirädern auf (minus 34 Prozent). Deren Bedeutung bei der Anzahl der schwer Verunglückten wächst der BASt-Studie zufolge damit auf einen Anteil von 19 Prozent im Jahr 2020.

Verkehrssicherheit: Ruhrgebietsstädte vorn

Nach einer auf Angaben des Statistischen Bundesamtes (Destatis) basierenden ACE-eigenen Studie ist die Zahl der bei Verkehrsunfällen verletzten Menschen mit im Schnitt 318,1 pro 100.000 Einwohner in der Ruhrgebietsstadt Bochum am niedrigsten. Augsburg dagegen verzeichnete 2010 bei der Zahl der Verletzten mit knapp 584 pro 100.000 Einwohner einen Negativrekord.

Das Risiko, im Straßenverkehr getötet zu werden, ist laut ACE in Bonn am geringsten; die Getöteten-Quote dort liegt bei 0,3 pro 100.000 Einwohner. Mit einer Getöteten-Quote von 3,7 pro 100.000 Einwohner schneidet die niedersächsische Landeshauptstadt Hannover bundesweit am schlechtesten ab; dort ist das Risiko im Straßenverkehr ums Leben zu kommen, über 12-mal höher als in der einstigen Bundeshauptstadt.

Gemessen an der Einwohnerzahl krachte es im Jahr 2010 in Wuppertal am seltensten. 38,4 Verkehrsunfälle auf 10.000 Einwohner markieren einen bundesdeutschen Bestwert. Knapp 40 Prozent häufiger sind Einwohner der hessischen Mainmetropole Frankfurt in Verkehrsunfälle verwickelt. Hier wurden im gleichen Zeitraum 62,7 Unfälle je 10.000 Einwohner registriert.

 

Quelle: ACE

 

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