Hat die Polizeistrukturreform auch eine ökologische Seite?

6. Juli 2012 | Themenbereich: Baden-Württemberg, Bund Deutscher Kriminalbeamter, Interessenvertretungen | Drucken

Im Musterländle mit einer grün-roten Landesregierung sollten sich Reformvorhaben auch an ihren ökologischen Konsequenzen messen lassen.

„Neue Mobilität“ – Umweltaspekte einer zentralisiert ausgerichteten Kriminalitätsbekämpfung

Mit der angestrebt umfassenden Konzentration der Ermittlungen in den Kriminalinspektionen bei den Kriminalpolizeidirektionen sollen eine große Zahl von Ermittlern aus den bisherigen Kreisdienststellen zu den Zentraldienststellen versetzt werden. Sie werden eine Vielzahl von Aufgaben und Zuständigkeiten mitnehmen, die dann von den landesweit 12 Standorten aus wahrgenommen werden müssen.

Die Mehrzahl dieser Standorte liegen mehr als 50 km von den derzeitigen Kripo-Dienststellen in den Landkreisen entfernt.

Allein um notwendige Ermittlungsmaßnahmen wie Vernehmungen, Durchsuchungen, Festnahmen, Überprüfungen, Behördenkontakte u.v.a. durchzuführen, werden vorhersehbar die Kilometerleistungen auf Dauer sprunghaft steigen.

Aber auch Zeugen, Beschuldigte und andere Verfahrensbeteiligte werden dann regelmäßig ein Vielfaches an Fahrkilometern hinter sich bringen müssen, um z.B. zu Vernehmungen bei den zentralen Kriminalpolizeidirektionen zu gelangen.

Last but not least werden sich auf lange Zeit auch mehrere Hundert von Kriminalbeamtinnen und Kriminalbeamte als Berufspendler arbeitstäglich mit bis zu 80 zusätzlichen Entfernungskilometern auf den Straßen wiederfinden, da angesichts der Altersstruktur der Kriminalpolizei und langjährigen sozialen Bindungen der Familien in der bisherigen Umgebung ein Wohnortwechsel ernsthaft kaum realistisch sein wird.

Der Preis dieser „neuen“ Mobilität dürfte in Jahresfrist die Millionengrenze an Fahrkilometern mehrfach übersteigen.

 

 

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