„Im Kampf gegen die sogenannte Cyberkriminalität auf dem richtigen Weg“

3. Juli 2012 | Themenbereich: Baden-Württemberg, Kriminalität | Drucken

Im Kampf gegen die Informations- und Kommunikationskriminalität (IuK-Kriminalität) hat die Justiz in Baden-Württemberg einen wesentlichen Schritt nach vorn gemacht. Davon ist Justizminister Rainer Stickelberger überzeugt: „Seit einem Jahr arbeitet die Zentralstelle für die Bekämpfung der Informations- und Kommunikationskriminalität bei der Generalstaatsanwaltschaft Stuttgart“, sagte der Minister am Montag (2. Juli 2012) in Stuttgart. Damit sei es gelungen, die Kompetenz der landesweit 19 Staatsanwaltschaften für die Arbeit im Bereich der sogenannten Cyberkriminalität weiter zu stärken: „Die Täter gehen in diesem Bereich sehr professionell vor und der technische Fortschritt verläuft rasant. Bei dieser Entwicklung müssen wir mithalten – und die Zentralstelle trägt einen wesentlichen Teil dazu bei.“

Seitdem die Zentralstelle zum 1. Juli 2011 eingerichtet wurde, fanden insgesamt 7 Aus- und Fortbildungsveranstaltungen statt, an denen jeweils bis zu 80 Personen teilnahmen. Sie waren vorrangig an die IuK-Ansprechpartner bei den Staatsanwaltschaften gerichtet. Dabei ging es um Themen wie „Spuren und Er-mittlungen im Internet“, „Phishing“ und „Cloud-Computing“. Für die tägliche Arbeit bei den Staatsanwaltschaften wurden umfangreiche Handreichungen erstellt.

Darüber hinaus haben die drei Staatsanwältinnen und Staatsanwälte der Zent-ralstelle die Zusammenarbeit mit dem Landeskriminalamt, der Polizei, der Akademie der Polizei in Baden-Württemberg sowie Staatsanwaltschaften außerhalb des Landes intensiviert.

„Das Internet ist ein riesiger Tatort. Das Netz der unbegrenzten Möglichkeiten ist zu einem Netz der unbegrenzten Straftaten geworden“, berichtete der Justizminister: „Zugangsdaten zum Onlinebanking werden ausgespäht und unberechtigte Onlineüberweisungen getätigt, es gibt digitale Lösegelderpressungen und auch spezielle Trojaner gegen Smartphones werden eingesetzt.“ Die Palette der virtuellen Kriminalitätsformen sei riesig, eine Spezialisierung bei der Bekämpfung der IuK-Kriminalität deshalb unbedingt erforderlich. „Mit den IuK-Ansprechpartnern bei den einzelnen Staatsanwaltschaften und der Zentralstelle haben wir einen guten Weg gefunden, die Spezialisierung, die Bündelung der Kompetenzen sowie die enge Kooperation beispielsweise mit der Polizei zu gewährleisten“, sagte Stickelberger.

 Weitere Informationen:

Die Zentralstelle für die Bekämpfung der Informations- und Kommunikationskri-minalität ist zum 1. Juli 2011 bei der Generalstaatsanwaltschaft Stuttgart eingerichtet worden. Ihre Aufgabe ist es, aktuelle Entwicklungen im Bereich der Informations-und Kommunikationstechnologien zu sichten, auszuwerten und die Staatsanwaltschaften regelmäßig darüber zu informieren. Auch die konzeptionelle Planung und Durchführung von Fortbildungsveranstaltungen gehören zu den Tätigkeiten der Zentralstelle. Neue Ermittlungsinstrumente aus dem Bereich der Informations- und Kommunikationstechnologien prüft sie dahingehend, ob sie in rechtlicher Hinsicht für die Strafverfolgung nutzbar gemacht werden können.

Personell steht für die Zentralstelle eine volle Arbeitsstelle zur Verfügung. Drei Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben die Aufgaben bei der Zentralstelle gemeinsam übernommen.

 

Bereits vor der Einrichtung der Zentralstelle waren bei beiden Generalstaatsanwaltschaften und den 17 Staatsanwaltschaften sowie deren Zweigstellen in Baden-Württemberg Ansprechpartner für den Bereich der Informations- undKommunikationskriminalität benannt worden.

Ihre Meinung ist uns wichtig,
kommentieren Sie diesen Artikel!

Jedoch, auf Cop2Cop gilt die Netiquette als Leitfaden für die Kommunikation. Alle Beiträge werden von Administratoren geprüft und freigeschaltet. Beiträge, die persönliche Beleidigungen, Diffamierungen, rechtswidrige Texte oder Werbung beinhalten, werden ebenso unkommentiert entfernt, wie Off-Topic-Beiträge und SPAM. Zeilen und Absätze brechen automatisch um. Die E-Mail Adresse dient internen Zwecken und wird nie angezeigt.