Baggerstich in der Justizvollzugsanstalt Aichach

3. Juli 2012 | Themenbereich: Bayern, Strafvollzug | Drucken

Bayerns Justizministerin Dr. Beate Merk hat mit einem Baggerstich den Startschuss für den Neubau des Versorgungszentrums in der Justizvollzugsanstalt Aichach gegeben. Ein modernes Versorgungszentrum ist laut Merk von eminenter Wichtigkeit für die Justizvollzugsanstalt. Merk: „Ich will nicht, dass die Inhaftierten in Aichach und auch in der im Bau befindlichen Justizvollzugsanstalt Augsburg allein durch externe Firmen versorgt werden müssen!“

Zur Begründung führt die Ministerin an: „Je mehr Versorgungsfahrzeuge in die Justizvollzugsanstalt „rein und raus“ fahren, desto mehr Möglichkeiten gibt es, Drogen, Waffen oder verbotene Mitteilungen hinein oder Gefangene heraus zu schmuggeln – und desto mehr und desto aufwändiger muss kontrolliert werden.“

Merk weiter: „Mir ist wichtig, dass die Gefangenen vor Ort kochen, waschen und bügeln können. Das hilft nicht nur, die Kosten der Haft im Rahmen zu halten. Das bringt vor allem den ganz normalen Alltag in die JVA und gibt den Inhaftierten Halt und Struktur – und nicht zuletzt auch Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten. Haftanstalten sind schließlich keine reinen „Verwahranstalten“ mehr. Sie sind auch Orte, die auf das vorbereiten, was danach kommt!“

Die Ministerin abschließend: „Die Inhaftierten sollen sich unter der Leitung und mit der Hilfe der Bediensteten soweit wie möglich selbst versorgen. Wenn sie sich nur von außen „bedienen“ ließen, das widerspräche dem Selbstverständnis des bayerischen Justizvollzugs!“

Hintergrund: Auf dem Gelände der Justizvollzugsanstalt Aichach entsteht in den kommenden rd. drei Jahren auf einer Nutzfläche von etwa 3.400 qm und für eine Gesamtinvestitionssumme von ca. 18,2 Mio. EUR ein neues, modernsten energetischen und technischen Standards entsprechendes Versorgungszentrum. Es wird künftig u. a. Heimat der Küche für die JVA Aichach sein und die Wäscherei und die Bäckerei zur Versorgung von über 1.300 Inhaftierten in der JVA Aichach und der neuen JVA Augsburg beherbergen. Der Neubau ist notwendig, weil das derzeitige, über 100 Jahre alte und ursprünglich für deutlich weniger Gefangene konzipierte Wirtschaftsgebäude nicht mehr wirtschaftlich saniert werden kann.

 

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