Millionengrab bei der Bundespolizei

1. Juli 2012 | Themenbereich: Bundespolizei | Drucken

Nicht nur die Bundeshauptstadt Berlin hat ihre Bauskandale, wo Bauverzögerungen und explodierende Baukosten wie am neuen Hauptstadtflughafen und beim Neubau der BND-Zentrale inzwischen zum Stadtbild gehören.

Jetzt hat auch die Landeshauptstadt Nordrhein-Westfalens eine Neubauruine zu beklagen, die mit öffentlichen Mitteln finanziert wurde.

Auch wenn die Dimension in Düsseldorf nicht mit den Berlinern mithalten kann, ein Millionengrab ist das neue Dienstgebäude der Entschärfergruppe der Bundespolizei am Flughafen Düsseldorf al-lemal.

Besonders ärgerlich ist dies, weil die derzeitige provisorische Unterbringung der Entschärfer in der Bundespolizeiinspektion am Flughafen bereit seit Jahren aus allen Nähten platzt.

Nach den der DPolG Bundespolizeigewerkschaft vorliegenden Informationen wurde der Neubau 2009 geplant, 2010 begonnen und im November 2011 nach Fertigstellung des 1 Millionen Euro teuren Rohbaus gestoppt.

Seither rührt sich an dem Bau nichts mehr. Noch nicht einmal der Abwasseranschluss an das öf-fentliche Netz sei sichergestellt, denn die offensichtlich auf Grund erheblicher Planungsfehler ent-standenen Mehrkosten wurden durch die zuständigen Ministerien bislang nicht gebilligt. Und so verrottet der millionenschwere mit Steuergeldern erstellte Rohbau langsam vor sich hin.

Die Entschäfergruppe der Bundespolizei, die schon längst dort einziehen sollte, versieht derweil nach wie vor ihren 24-Stunden-Dienst in den unzulänglichen Räumlichkeiten der Bundespolizei am Flughafen, die eigentlich für völlig andere Zwecke vorgesehen sind.

Der Vorsitzende der DPolG Bundespolizeigewerkschaft Ernst G. Walter, selbst wohnhaft in Düssel-dorf, fordert deshalb, dass das neue Dienstgebäude umgehend fertiggestellt wird, damit eine adä-quate Unterbringung der Entschärfer sichergestellt wird und bringt es auf den Punkt: „Es kann doch wohl nicht wahr sein, dass hier ein Millionenprojekt verrottet, der Schaden Tag für Tag grö-ßer wird und die Kolleginnen und Kollegen weiterhin ihren Dienst in einem Provisorium versehen müssen. Man stelle sich einmal vor, die Entschärfer der Bundespolizei würden so arbeiten, wie die für die Fehlplanung Verantwortlichen – dann stände am Flughafen Düsseldorf nach dem nächsten Entschärfereinsatz kein Stein mehr auf dem anderen!“

 

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