„Opferschutz und Opferhilfe müssen im öffentlichen Bewusstsein verankert werden“

28. Juni 2012 | Themenbereich: Justiz, Niedersachsen | Drucken

Opfer schwerer Gewalt- oder Sexualverbrechen sind auf Grund des erlittenen Traumas oder anderer schwerer Tatfolgen häufig nicht mehr in der Lage, allein ihren Alltag zu bewältigen. Sie können sich ihr Leben lang nicht von den Folgen erlittener Straftaten befreien. Die Täter hingegen haben in aller Regel nach ein paar Jahren ihre Strafe verbüßt.

Wege zu finden um Opfern von Straftaten in solchen Situationen wirksame Hilfestellungen zu geben und diese weiterzuentwickeln, dieser Aufgabe stellt sich das „Trauma-Netzwerk Niedersachsen“ auf seiner heutigen (28.06.2012) Tagung in Königslutter.

„Wir können es nicht dabei belassen, die Täter zur Verantwortung zu ziehen. Es ist ebenso Aufgabe unseres Rechtsstaats, sich auch um die Opfer einer Straftat zu kümmern. Opferschutz ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe und geht vor Täterschutz. Deswegen halte ich es für wichtig, dass Opferschutz und Opferhilfe im öffentlichen Bewusstsein verankert werden“, sagte Staatssekretär im Niedersächsischen Justizministerium Dr. Jürgen Oehlerking in Königslutter.

Zur Verhinderung weitergehender Schäden, die Opfer in Folge einer Straftat erleiden können, bedürfe es schneller Hilfen.

So zeige sich, dass Gewaltopfern schon mit wenigen Therapiesitzungen wirksam geholfen werden kann und sich die seelischen Folgen der Gewalttaten nicht als dauerhafte Gesundheitsschäden verfestigen müssen. Betroffene, die eine Langzeittherapie benötigen, konnten in die Regelversorgung vermittelt werden.

Nachdem sich das dem „Trauma-Netzwerk Niedersachsen“ zugrundeliegende Konzept bewährt habe, erfolge nun die Überleitung in das Folgeprojekt zum landesweiten Aufbau des Trauma-Netzwerks Niedersachsen. Für die Mitarbeiter der Stiftung Opferhilfe oder des Weißen Ringes sei die Zusammenarbeit mit dem Stützpunkt in Königslutter zu einer Selbstverständlichkeit bei der Opferversorgung geworden.

„Wir freuen uns sehr, dass mit der Kinder- und Jugendpsychiatrie in Oldenburg und der Erwachsenenpsychiatrie in Rinteln schon zwei weitere Stützpunkte des Trauma-Netzwerks eröffnet werden konnten. Die Niedersächsische Landesregierung unterstützt ausdrücklich den weiteren Aufbau des Trauma-Netzwerks. Und nicht ohne Stolz beobachten wir, dass die Entwicklungen hier in Niedersachsen bundesweit beachtet werden“, so Oehlerking abschließend.

 

 

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