Wiedereinführung des Weihnachtsgeldes

26. Juni 2012 | Themenbereich: Beamten-Tarifrecht, Niedersachsen | Drucken

Aufgrund der föderalen Strukturen in der Bundesrepublik lohnt immer wieder ein Blick auf die aktuellen Besoldungen aller Länder und des Bundes im Vergleich, wie eine aktuelle Übersicht bestätigt. Niedersachsen liegt in den exemplarischen Berechnungen, die der GdP vorliegen, für die Eck-Besoldungsgruppen A 8, A 10 und A 14 bundesweit im hinteren Mittelfeld (einmal Platz 10, zweimal Platz 11). Zieht man nur die westdeutschen Bundesländer heran, ergeben sich noch schlechtere Platzierungen: Lediglich Berlin bezahlt den Beamten und insbesondere den Polizeibeamtinnen und -beamten weniger als Niedersachsen.

Mit Stand Januar 2012 ergibt sich für das niedersächsische Grundgehalt in der Besoldungsgruppe A 10 (Oberkommissarin/Oberkommissar) ohne Weihnachts- und Urlaubsgeld eine monatliche Zahlung von 2.331,18 Euro. An der Spitze des Rankings findet sich der Bund, der in diesem Beispiel im Grundgehalt bei 2.475,97 Euro liegt, was einen Unterschiedsbetrag von mehr als 140 Euro pro Monat ausmacht.

„Noch schlimmer ist die Berechnung, wenn man den Wegfall der Freien Heilfürsorge bei der Polizei in Niedersachsen mit einrechnet oder sich die Stellenausstattung im Amt Hauptkommissar A 11 in Nordrhein-Westfalen mit rund 40 Prozent und in Niedersachsen mit 13 Prozent ansieht. Die Notwendigkeit von Verbesserungen wird damit mehr als deutlich, will man in Niedersachsen die Demographieherausforderungen nicht verschlafen“, sagt GdP-Landesvorsitzender Dietmar Schilff. „Dieses ungerechte Auseinanderklaffen muss sich schleunigst ändern. Wir brauchen in Niedersachsen umgehend eine Angleichung nach oben, auch weil die Kolleginnen und Kollegen dies aufgrund ihrer hervorragenden Arbeit schon seit Langem verdient haben. Als ersten notwendigen Schritt fordern wir deshalb die Wiedereinführung des Weihnachtsgeldes“, verlangt er. Dies gelte besonders vor dem Hintergrund, dass in diversen Bundesländern eine solche Sonderzahlung bereits existiere, nicht abgeschafft oder wie aktuell beim Bund wieder eingeführt worden sei. „Auch unsere langjährige Forderung nach Erhöhung beim Dienst zu ungünstigen Zeiten, dem sogenannten DUZ, auf fünf Euro pro Stunde muss nun endlich in die Tat umgesetzt werden“, fordert der Landesvorsitzende. „Minister Schünemann stellt bei der Verkündung der jährlichen Polizeilichen Kriminalstatistik immer stolz dar, dass Niedersachsen in der Champions League spiele. Nur die Bezahlung ist nicht einmal auf Regionalliga-Niveau“, kritisiert Dietmar Schilff.

 

4 Kommentare
Hinterlasse einen Kommentar »

  1. Es wird höchste Zeit die Zuwendung wieder einzuführen. Die Wirtschaft floriert und die Steuereinnahmen sprudeln. Das ist nicht zuletzt auch ein Verdienst der nds. Beamten. Gerade im Hinblich auf die demographischen Herausforderungen der Zukunft sollte der erforderliche qualifizierte Nachwuchs nicht durch unzureichende Besoldung abgeschreckt werden. Der öffentliche Dienst in Nds. braucht hoch motivierte Beamte mit angemesserner Besoldung. Das Weichnachtsgeld (Zuwendung) ist unbedingt wieder einzuführen

  2. Der frühere Ministerpräsident Wulf hatte doch vor der letzten Landtagswahl an alle Beamten und Versorgungsempfänger die Sondervergütung zahlen lassen. Begründet wurde die Leistung mit der „hervorragenden Arbeit im letzten Jahr“. Mcallister sieht das nicht so, die Beamten haben keine besondere Arbeit geleistet, also will er nicht zahlen. Also kein Stimmenkauf!

  3. Na na, gestern hat McAllister noch auf dem CDU Parteitag in Hannover laut geschrien, dass die Polizei sehr gute Arbeit geleistet hat und wir in Niedersachsen eine so hohe Aufklärungsquote haben, wie noch nie zuvor.
    Wenn ich so etwas höre, dann möchte ich nicht, ich verlange, dass alle Polizeibeamten auch für diese Arbeit mal belohnt werden.
    Wenn ich mich im Kollegenkreis umhöre, die fast alle sehr frustiert sind, kann die Wiedereinführung des Weihnachtsgeldes, auch wenn es „nur“ diese 60 % wären, die Stimmung ungemein anheben. Dann sehen wir nämlich endlich mal, dass man uns wenigstens ein Stück entgegenkommt.

    Ich habe vor langer Zeit mal einen „Vertrag“ mit dem Land geschlossen, der in den letzten Jahren ausschließlich nur von einer Seite „gebrochen“ wurde…. vom Land Niedersachsen !!

  4. Ganz sicher wird die jetzige Landesregierung (CDU und FDP) von mir nicht gewählt werden. Diese Landesregierung hat nicht nur das Weihnachts- und Urlaubsgeld gestrichen, bundesweit geltende Lohnerhöhungen wurden nicht hinreichend weiter gegeben, zu allem Überfluss muss man für 2 studierende Kinder pro Jahr 2400€ Studiengebühren tragen (bei den Studiengebühren bilden Niedersachsen und Bayern die Ausnahmen). Unsozialer geht es einfach nicht. Dass sich die niedersächsischen Landtagsabgeordneten selbst eine satte Diätenerhöhung beschlossen haben und die Abzockmentalität eines CDU-Ex-Ministerpräsidenten Christian Wulff sprechen Bände.

Ihre Meinung ist uns wichtig,
kommentieren Sie diesen Artikel!

Jedoch, auf Cop2Cop gilt die Netiquette als Leitfaden für die Kommunikation. Alle Beiträge werden von Administratoren geprüft und freigeschaltet. Beiträge, die persönliche Beleidigungen, Diffamierungen, rechtswidrige Texte oder Werbung beinhalten, werden ebenso unkommentiert entfernt, wie Off-Topic-Beiträge und SPAM. Zeilen und Absätze brechen automatisch um. Die E-Mail Adresse dient internen Zwecken und wird nie angezeigt.