Justizminister wirbt für erhöhten Frauenanteil in Spitzenpositionen

26. Juni 2012 | Themenbereich: Baden-Württemberg, Justiz | Drucken

Das Bemühen um einen erhöhten Frauenanteil in Spitzenpositionen ist für Justizminister Rainer Stickelberger ein gesamtgesellschaftliches Thema – und damit auch ein Thema der Justiz. „Es geht nicht nur darum, hoch qualifizierten Richterinnen und Staatsanwältinnen dieselben Aufstiegschancen zuzugestehen wie ihren männlichen Kollegen“, sagte der Minister am Montag (25. Juni 2012) am Rande der Konferenz der Präsidentinnen und Präsidenten der Obersten Gerichtshöfe des Bundes in Konstanz: „Wir können und wollen es uns nicht leisten, Frauen außen vor zu lassen: Sie sind bestens ausgebildet, engagiert, bringen oftmals andere Ansichten und Aspekte ein als Männer. Ich halte das für eine Bereicherung.“

Die Justiz in Baden-Württemberg sieht Stickelberger auf einem guten Weg, was die Geschlechterverteilung anbelangt. Im Jahr 2010 habe die Frauenquote in der ordentlichen Gerichtsbarkeit bei 40,6 Prozent gelegen, bei den Staatsanwaltschaften seien es 36,3 Prozent gewesen und bei den Fachgerichtsbarkeiten 35,8 Prozent. Der Frauenanteil unter den Personen, die sich in der Ausbildung für den höheren Dienst befinden, betrage mehr als 50 Prozent. „Wir müssen nun darauf hinwirken, dass diese Entwicklung nicht in den Eingangsämtern stehen bleibt, sondern sich auch bei der Verteilung der Spitzenpositionen in Ländern und Bund fortsetzt“, sagte der Justizminister. Insbesondere an den Bundesgerichten sei der Frauenanteil steigerbar.

Stickelberger bat die Präsidentinnen und Präsidenten der Obersten Gerichtshöfe des Bundes um Mithilfe bei der Suche nach geeigneten Kandidatinnen für hohe Ämter in der Justiz. „Wir brauchen Vorbilder“, stellte er fest: „Justitia allein reicht dafür nicht aus.“

Er selbst sagte zu, die Arbeitsplätze in der Justiz in Baden-Württemberg verstärkt familienfreundlich und damit attraktiv für Frauen wie Männer zu gestalten. Zu diesem Zweck würden Kinderbetreuungsplätze eingerichtet, zudem gebe es die Möglichkeiten der Teilzeit- und der Telearbeit. „Das ist eine Frage der Ge-rechtigkeit: Denn weder Frauen noch Männer sollen sich zwischen Familie und Karriere entscheiden müssen“, erklärte der Minister.

Weitere Informationen:

Zu ihrer Konferenz kommen die Präsidentinnen und Präsidenten des Bundesgerichtshofs, des Bundesverwaltungsgerichts, des Bundesarbeitsgerichts, des Bundesfinanzhofs und des Bundessozialgerichts jährlich zusammen. Ministerpräsident Winfried Kretschmann hatte die Konferenz zum Anlass genommen, sie zu einer Führung durch das Münster in Konstanz und zu einem Abendessen einzuladen.

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