Gemeinsam gegen Gewalt beim Fußball

26. Juni 2012 | Themenbereich: Bayern | Drucken

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann hat sich heute mit Vertretern der sieben Vereine der 1. Bundesliga und der 2. Bundesliga sowie der jeweiligen Städte getroffen, um über die Sicherheit in bayerischen Fußballstadien zu sprechen. „Gemeinsam setzen wir uns für mehr Sicherheit und gegen Gewalt in unseren Fußballstadien ein“, fasste Herrmann das Gespräch zusammen.

„Es ist unser aller Interesse, dass es weder vor noch während oder nach den Spielen zu Randale und Ausschreitungen kommt.“ Herrmann verständigte sich mit den Gesprächsteilnehmern auf eine noch engere Zusammenarbeit zwischen den Vereinen, Verbänden, Sicherheitsbehörden und der Polizei. Insbesondere müsse das hochgefährliche Abbrennen von Pyrotechnik konsequent unterbunden werden. Auch seien qualifizierte Sicherheits- und Ordnerkräfte in ausreichender Zahl sowie wirkungsvolle Einlass- und Zugangskontrollen notwendig. Neben der konsequenten Durchsetzung von Stadionverboten müsse auch die Fanarbeit beispielsweise über spezielle Fanprojekte intensiviert werden. „Die Forderung nach einem Stehplatzverbot in den Fußballstadien hingegen halte ich für überzogen und lehne sie deshalb ab“, bekräftigte Herrmann.

Die jüngsten Ereignisse rund um ein Aufstiegsspiel zur 1. Bundesliga in Düsseldorf, aber auch im Zusammenhang mit den Ausschreitungen bei einem Aufstiegsspiel zur 2. Bundesliga in Karlsruhe, haben das Thema ‚Fußball und Gewalt‘ erneut in den Focus öffentlicher Diskussionen gerückt. Vor diesem Hintergrund hat sich Herrmann auch bei der Innenministerkonferenz im Juni diesen Jahres nachdrücklich dafür eingesetzt, die Maßnahmen für mehr Sicherheit in den Fußballstadien weiter zu intensivieren: „Diese massiven Ausschreitungen dürfen sich nicht wiederholen.“

Bundesweit rechnet die Polizei rund 12.000 Personen der Problemfanszene zu. Davon wohnen etwa 1.100 in Bayern. Zu den Hooligans gehören bundesweit etwa 3.000 Personen, davon 150 in Bayern. „Dazu kommt, dass auch die sogenannten ‚Ultra-Gruppierungen‘ zunehmend aggressiv und gewalttätig gegenüber Ordnungsdiensten und Polizei auftreten“, betonte Herrmann. Die Bayerische Polizei betreute in der abgelaufenen Spielsaison 181 Fußballspiele mit insgesamt über vier Millionen Zuschauern. Bei 132 Spielen kam es zu Störungen mit insgesamt 832 Strafanzeigen. 74-mal wurden pyrotechnische Gegenstände abgebrannt. Bei den Einsätzen wurden 64 Polizeibeamte verletzt. Insgesamt waren in der vergangenen Saison 32.829 Beamtinnen und Beamte der Bayerischen Polizei bei Fußballspielen eingesetzt.

Am heutigen Sicherheitsgespräch nahmen der FC Bayern München, der 1. FC Nürnberg, der FC Augsburg, die SpVgg Greuther Fürth, der TSV 1860 München, der FC Ingolstadt und der SSV Jahn Regensburg teil. Des Weiteren waren Vertreter des Bayerischen Fußball-Verbandes sowie der Städte München, Nürnberg, Augsburg, Regensburg, Fürth und Ingolstadt dabei.

 

 

 

 

 

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