Warnstreiks des Luftsicherheitspersonals sind unverhältnismäßig

22. Juni 2012 | Themenbereich: Security | Drucken

Die  Warnstreiks von ca. 200 privaten Luftsicherheitskontrollkräften an den Flughäfen Bremen, Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg und Hannover sind unverhältnismäßig und zum jetzigen Zeitpunkt nicht nachvollziehbar. Mit Unverständnis reagierte Dr. Harald Olschok, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes der Sicherheitswirtschaft (BDSW), auf die Warnstreiks der Gewerkschaft ver.di. „Es ist für uns nicht nachvollziehbar, warum ver.di bereits nach der zweiten Verhandlungsrunde zum Abschluss eines bundesweiten Mantelrahmentarifvertrags für die 15.000 Beschäftigten an den Flughäfen zu solch drastischen Maßnahmen greift“, so Olschok. Dies habe den Flugbetrieb nicht unerheblich beeinträchtigt. Dafür hätten die Bundespolizei, Airlines, Flughäfen und vor allem die Passagiere keinerlei Verständnis.

Es gehe bei der Tarifauseinandersetzung, so Olschok, nicht um Löhne, diese sind in den Ländertarifen festgelegt und sind die bei weitem höchsten im Sicherheitsgewerbe. Gestritten wird um den Neuabschluss eines Manteltarifvertrages, der die allgemeinen Arbeitsbedingungen festlegt. Mit den Verhandlungen zum Abschluss eines bundesweiten Manteltarifvertrages gehen wir einen „historischen“ Weg. Erstmalig sitzen alle Unternehmen, die Sicherheitsaufgaben nach dem Luftsicherheitsgesetz auf den deutschen Verkehrsflughäfen wahrnehmen, an einem Tisch.

Gemeinsam mit diesen Unternehmen, die nicht Mitglied im Arbeitgeberverband BDSW sind, wird ein gemeinsamer Tarifvertrag verhandelt. „Das zeige überdeutlich, wie wichtig dem BDSW und seinen Mitgliedsunternehmen marktgerechte Löhne und gute Arbeitsbedingungen für die Sicherheitsbeschäftigten an Verkehrsflughäfen seien, die eine überaus wichtige Funktion für die Sicherheit des Luftverkehrs hätten“, so Olschok.

Ver.di habe fast zwei Jahre gebraucht, um eine gemeinsame Tarifkommission der Beschäftigten zu bilden. Dieses „Organisationsversagen“ versuche ver.di durch die ungerechtfertigten Warnstreiks zu kaschieren, so Olschok. Er forderte die Gewerkschaft auf, nicht „unschuldige Passagiere“ auf ihrem wohlverdienten Weg in den Urlaub zu schädigen, sondern mit konstruktiven Vorschlägen am 27. Juli 2012 in Berlin an den Verhandlungstisch zurück zu kehren. „Wir sind nach fast zweijährigen Verhandlungen im Interesse unserer Beschäftigten zu einem schnellen Abschluss bereit“, so Olschok abschließend.