DBB FORDERT NACHHALTIGE DEMOGRAFIESTRATEGIE FÜR ÖFFENTLICHEN DIENST

22. Juni 2012 | Themenbereich: dbb Beamtenbund, Interessenvertretungen | Drucken

„Der öffentliche Dienst muss sein Personalwesen mit einer nachhaltigen Demografiestrategie zukunftsfest machen, damit nicht schon bald in zahlreichen Kernbereichen staatlichen Handelns das Licht ausgeht“, forderte der dbb Bundesvorsitzende Peter Heesen anlässlich des Internationalen Tags des öffentlichen Dienstes (23. Juni 2012) in Berlin.

„Bereits jetzt sind rund 75 Prozent der Beschäftigten älter als 35 Jahre, in den kommenden zehn Jahren scheiden 20 Prozent altersbedingt aus – nicht weniger als 760.000 Menschen. Hierauf ist der öffentliche Dienst in keiner Hinsicht vorbereitet“, kritisierte Heesen.

Im Gegensatz zu vielen Unternehmen der freien Wirtschaft, die sich bereits seit Jahren mit engagierter Nachwuchsförderung um ihre Leistungsträger von morgen bemühten, „mussten wir unter einem beispiellosen Kürzungsdiktat der Haushälter den massiven Raubbau an unseren Kräften erleben. Rekordverdächtige 1,6 Millionen Stellen wurden seit 1991 abgebaut – das war schon lange kein Heilfasten mehr, sondern eine staatlich verordnete Magerkur, die uns an den Rand der Funktionsfähigkeit gebracht hat.“

Bundesweit, so der dbb-Chef, fehlten aktuell bereits über 15.000 Stellen in der Finanzverwaltung, mehr als 20.000 Lehrer an den Schulen, mehr als 10.000 Polizisten und über 8.000 Beschäftigte im Straßenverkehrsdienst.

„Unter diesen Bedingungen lässt sich schlecht Staat machen“, stellte Heesen fest. Um Staats- und Gemeinwesen leistungsfähig für die Herausforderungen der kommenden Jahre zu machen, plädiere der dbb für eine nachhaltige Demografiestrategie für den öffentlichen Dienst.

„Für jeden altersbedingt ausscheidenden Beschäftigten muss eine hundertprozentige, direkte und verbindliche Stellennachfolge gesichert werden – entweder im bestehenden Personalstamm oder im Anwärter- beziehungsweise Auszubildendenpool. Die so genannten ‚kw-Vermerke‘ für Stellen, die ‚künftig wegfallen‘ sollen, dürfen in Zukunft nur dann aufrecht erhalten werden, wenn sie nicht kontraproduktiv für die demografische Nachhaltigkeit in der jeweiligen Dienststelle sind.“

Heesen sicherte den verantwortlichen Dienstherren und Arbeitgebern im öffentlichen Dienst die Unterstützung des dbb in Sachen Demografiestrategie zu: „Als gewerkschaftliche Spitzenorganisation sehen wir uns mit in der Verantwortung, sowohl den Beschäftigten als auch den Bürgerinnen und Bürgern sichere Zukunftsperspektiven zu geben. Es besteht akuter Handlungsbedarf, daher sollten wir diese Dinge dringend gemeinsam angehen.“

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