Bundeskriminalamt stellt sich seiner Geschichte

20. Juni 2012 | Themenbereich: Bundeskriminalamt | Drucken

Das Bundeskriminalamt (BKA) begann im Jahr 2007 mit der kritischen Aufarbeitung seiner eigenen Geschichte. Im Mittelpunkt einer hierzu durchgeführten Kolloquienreihe sowie eines an die Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg vergebenen Forschungsprojekts stand die Auseinandersetzung mit der Geschichte des BKA insbesondere im Hinblick auf seine Gründungsphase. Untersuchungsgegenstand war unter anderem das Aufzeigen möglicher personeller Kontinuitäten vom NS-Regime zum BKA. Es wurde festgestellt, dass noch im Jahr 1958 von 47 Führungsstellen im BKA 33 Funktionen mit ehemaligen SS-Mitgliedern besetzt waren.

Im Mittelpunkt der wissenschaftlichen Untersuchung stand auch der ehemalige Präsident und bisherige Namensgeber der Zufahrtsstraße zum BKA in Meckenheim, Paul Dickopf, dessen Leben und Wirken umfassend ausgewertet wurde.

Ein Forschungsergebnis war unter anderem die Feststellung, dass Dickopf maßgeblich für die Personalgewinnung des BKA in der Gründungsphase in den 50er Jahren verantwortlich war.

Eine Namensgebung ist immer auch ein symbolischer Akt, der eine besondere Wertschätzung und Vorbildfunktion des Namengebers einschließt. Diese Identifikation des BKA mit Paul Dickopf als Namensgeber der Zufahrtsstraße ist nicht mehr vorhanden.

Auf Anregung des BKA-Präsidenten Jörg Ziercke, beschloss der Rat der Stadt Meckenheim daher die Umbenennung der Zufahrt zum BKA in „Gerhard-Boeden-Straße“. Gerhard Boeden, geboren 1925 in Gütersloh, war ein verdienter Bürger der Stadt Meckenheim und von 1983 bis 1987 ein national und international hoch anerkannter Vizepräsident des BKA. Von 1987 bis 1991 war er Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz. Gerhard Boeden verstarb 2010 im Alter von 85 Jahren. Die Benennung der Straße nach Gerhard Boeden ist angesichts seiner großen Verdienste für das BKA ein Zeichen besonderer Wertschätzung.

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