Letzter Schliff am Dresdner Justizzentrum am Sachsenplatz

15. Juni 2012 | Themenbereich: Justiz, Sachsen | Drucken

Neben dem Fachgerichtszentrum in der Albertstadt entsteht ein zweites Justizzentrum in Dresden. Nach dreijähriger Bauzeit konnten nunmehr die wesentlichen Arbeiten am Neubau des Amtsgerichts abgeschlossen werden. Es grenzt unmittelbar an das historische Gebäude des Landgerichts. Der Freistaat Sachsen investierte in den Neubau rund 32 Millionen Euro.

„Der Neubau schließt die bauliche Lücke, die im zweiten Weltkrieg in diesen traditionsreichen Gerichtsstandort gerissen wurde. Hierdurch wird die städtebauliche Situation am Sachsenplatz abgerundet“, sagte Finanzminister Prof. Dr. Georg Unland anlässlich eines Besuchs der neuen Räumlichkeiten. Zum diesjährigen „Tag der Architektur“ am 23./24. Juni wird das Gebäude das erste Mal für die Öffentlichkeit zugänglich sein.

Die Konzentration des Landgerichts, des Amtsgerichts, der Generalstaatsanwaltschaft und der Staatsanwaltschaft Dresden an diesem Gerichtsstandort schafft gute Voraussetzungen für Synergien, z.B. durch die gemeinsame Nutzung der Sitzungssäle, der Poststelle oder der Fachbibliothek. Insgesamt werden im neuen Justizzentrum zukünftig ca. 700 Richter, Staatsanwälte, Rechtspfleger, Geschäftsstellen- und Schreibkräfte, Justizwachtmeister und weitere Beschäftigte tätig sein.

Im Neubau werden auf rund 8.500 m² neben den Abteilungen des Amtsgerichts auch Mitarbeiter des Sozialen Dienstes der Justiz beim Landgericht Dresden und die Referendarausbildung untergebracht. Unter der Projektleitung des Staatsbetriebes Sächsisches Immobilien- und Baumanagement (SIB) wurde 2009 mit den Bauarbeiten begonnen. Der Entwurf stammt von dem Dresdner Architekturbüro Pussert Kosch Architekten. Der Umzug des Amtsgerichtes mit derzeit rund 270 Bediensteten aus den angemieteten Räumen auf der Berliner Straße ist im September 2012 geplant.

Das neue Dresdner Amtsgericht wird sich auf acht Etagen – davon eine unterirdisch – verteilen. Helle, freundliche Arbeitsplätze, moderne Aktenlager und optimale Sitzungssäle, Autostellplätze im Innenhof sowie eine Cafeteria schaffen moderne Arbeitsbedingungen für die Mitarbeiter. Daneben sorgt ein eigener Zugang von der Roßbachstraße aus für eine gute Erreichbarkeit. Erd- und 1. Obergeschoss werden überwiegend öffentlich genutzt. Das 1. Obergeschoss ist die Saalebene, die niveaugleich mit dem Erdgeschoss des Altbaues ist. Damit werden in dieser Ebene sowohl die Verhandlungssäle des Landgerichts als auch des Amtsgerichts erschlossen. Der Zugang zur Saalebene erfolgt vom Eingang des Neubaues über eine repräsentative Treppe im Foyer. Über den beiden Hauptgeschossen liegen fünf Regelgeschosse mit überwiegend Büro- und Verwaltungsräumen. Im 1. Obergeschoss befinden sich 10 und im 4. Obergeschoss 3 Sitzungssäle.

Die Höhendifferenzen zwischen Alt- und Neubau werden mit Treppen und Aufzügen überwunden. Besonders eindrucksvoll ist dies im Luftraum zwischen Amts- und Landgericht auf der Nordseite zu erleben. Die bestehende Sandsteinfassade des Landgerichts konnte in diesem Bereich über die gesamte Gebäudehöhe erhalten bleiben. Historisches und Modernes werden eindrucksvoll miteinander verbunden.

Das neue Amtsgericht Dresden entsteht an einem traditionellen Gerichtsstandort, dem Sachsenplatz. Das heute dreiflügelige Neorenaissancegebäude wurde in den Jahren 1888 bis 1892 für das ehemalige Königlich-Sächsische-Amtsgericht errichtet. Der vierte Flügel, der Westflügel, wurde 1945 während des Zweiten Weltkrieges zerstört. Der Altbau wurde zwischen 1999 und 2003 für 29 Millionen Euro saniert.

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