Auszeichnung für das Team des Rettungshubschraubers in Brandenburg

15. Juni 2012 | Themenbereich: Bevölkerungsschutz | Drucken

Die Besatzungsmitglieder des Zivilschutzhubschraubers „Christoph 35″, Mathias Bissel (Pilot), Konrad Tietze (Notarzt) und Michael Wolter (Rettungsassistent) wurden am 14. Juni durch die Johanniter-Unfall-Hilfe e.V. für ihren Einsatz geehrt. Sie retteten in einem spektakulären Einsatz am 02. Februar 2012 einen auf dem Breitlingsee eingebrochenen Schlittschuhläufer. Die Ehrenzeichen übergab die Oberbürgermeisterin der Stadt Brandenburg an der Havel, Dr. Dietlind Tiemann.

Bei der Ehrung handelt sich um eine besondere Auszeichnung der Johanniter-Unfall-Hilfe e.V. (JUH), die in der Regel intern an Mitglieder des Johanniterordens vergeben wird, in besonderen Ausnahmefällen in der Zusammenarbeit mit der JUH aber auch extern an Dritte.

Die Auszeichnung gilt dem persönlichen Mut des Teams und der gelungenen Zusammenarbeit zwischen Pilot, Notarzt und Rettungsassistent. Die Rettung des Schlittschuhläufers fand unter besonderen technischen Voraussetzungen statt und verlangte ein absolutes gegenseitiges Vertrauen und Verlassen auf das Können des jeweils anderen. Der damals alarmierte Rettungshubschrauber versuchte zunächst vergeblich, den Eingebrochenen mit einer Rettungsschlinge aus dem Wasser zu ziehen. Der 71-Jährige war schon zu schwach, um die Schlinge zu greifen. Daraufhin stiegen Notarzt und Assistent auf die Kufen des Hubschraubers und der Pilot flog so dicht an das Eisloch, dass die beiden den Verunglückten greifen konnten. Dann zog der Pilot den Hubschrauber von der Unglückstelle weg und den Patienten auf sicheres Eis, wo schon zwei Feuerwehrleute mit einem Eisschlitten warteten.

Die Ausgezeichneten erhielten ein Ehrenzeichen in Form einer Anstecknadel und eine Ehrenurkunde. Diese ist unterzeichnet von Dr. Oskar Prinz von Preußen, dem gesetzlichen Vertreter des Johanniterordens.

Die Piloten des Zivilschutzhubschraubers „Christoph 35“ gehören der Bundespolizei, Fliegerstaffel Blumberg, an. Die Notärztinnen und Notärzte stammen aus der Abteilung für Anästhesie und Intensivtherapie des Städtischen Klinikums Brandenburg an der Havel. Die Rettungsassistenten werden gemeinsam von der JUH, Regionalverband Brandenburg Nordwest, und der brandenburgischen Berufsfeuerwehr gestellt.

Die orangefarbenen Zivilschutz-Hubschrauber sind Teil des Ausstattungspotenzials, das der Bund den Ländern für den Katastrophen- und Zivilschutz zur Verfügung stellt.

Sie unterstützen nicht nur die Luftrettung in Deutschland, sondern sind auch für den Katastrophenfall gerüstet. Mit ihrer Hilfe können Verletzte nach erster Behandlung vor Ort schonend und erschütterungsfrei abtransportiert, schnelle notärztliche Hilfe auch an unwägbares Gelände gebracht, Schadensstellen erkundet und überwacht, Bevölkerungsbewegungen beobachtet und gelenkt, radioaktive Strahlung aus der Luft gemessen und Spezialisten und Material herbeigeschafft werden.

Die 16 Zivilschutz-Hubschrauber des Bundesministeriums des Innern (BMI), die an 12 Luftrettungszentren stationiert sind, sind mit dem aktiven Hinderniswarnsystem HELLAS (Helicopter Laser Radar) ausgestattet. Dieses weltweit einzigartige System warnt vor dem Einflug in Hindernisse unter Sichtflugbedingungen bei Tag und Nacht und leistet so einen erheblichen Beitrag zur Steigerung der Flugsicherheit.

Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) nimmt alle Aufgaben der Verwaltung wahr, die sich aus dem Betrieb ergeben. Dazu gehören unter anderem die Hubschrauber im Auftrag des BMI zu beschaffen und auszustatten. Um die Ausbildung der Notärztinnen und Notärzte zu unterstützen, findet bis zu zweimal jährlich ein Einweisungsseminar für Ärztinnen und Ärzte auf Zivilschutz-Hubschraubern statt. Das BBK richtet an seiner Akademie für Krisenmanagement, Notfallplanung und Zivilschutz (AKNZ) einmal jährlich das Seminar „Qualitätssicherung für Zivilschutz-Hubschrauber – Jahrestagung“ aus.

Die „Retter in Orange“ wurden im letzten Jahr 17.293 Mal zum Einsatz bei Notfällen gerufen. Die fliegenden Notärzte haben insgesamt 10.897 Patienten direkt am Unfallort behandelt und 4.586 Menschen wurden zur Versortung weitertransportiert.

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