38 Polizisten bei Neonazi-Aufmarsch in Hamburg verletzt

4. Juni 2012 | Themenbereich: Hamburg, Innere Sicherheit, Rechtsextremismus | Drucken

Während mehr als 10.000 Menschen friedlich auf dem Rathausmarkt in Hamburg demonstrierten, kam es im Stadtteil Wandsbek zu zum Teil schweren Auseinandersetzungen zwischen der Polizei und Demonstranten, die sich dem angekündigten Aufmarsch der Neonazis entgegenstellten. Am Nachmittag brannten Barrikaden, Autos und Müllcontainer, die Polizei setzte wiederholt Wasserwerfer ein. 38 Beamte wurden nach Angaben der Polizei verletzt. Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) kritisierte die Ausschreitungen scharf: „Die Angriffsziele der linken Chaoten sind der demokratische Rechtsstaat und seine Polizei. Ihr angeblicher Kampf gegen Neonazis dient nur als Vorwand“, erklärte der stellvertretende Bundesvorsitzende der Gewerkschaft, Frank Richter. Wenn in der Nacht vor einer gerichtlich genehmigten Kundgebung von Neonazis bereits 14 Polizeifahrzeuge in Brand gesetzt würden, könne wohl kaum von einer Provokation durch die Polizei gesprochen werden. Die Hamburger Polizei sprach von elf angezündeten Fahrzeugen. Nach GdP-Informationen entstand bei den Bränden ein Schaden von 1,5 Millionen Euro.