Nähe zu Tatbeteiligten und Tatorten unumgänglich

21. Mai 2012 | Themenbereich: Bund Deutscher Kriminalbeamter, Interessenvertretungen | Drucken

„Das lässt sich nicht vom Computerarbeitsplatz im Büro erledigen, dazu muss der – und hier ganz besonders wichtig – fachlich qualifizierte, kompetente Kriminalist vor Ort den Tatort untersuchen, Spuren sichern und die Zeugen und Opfer befragen.“ …
Nähe zu Tatbeteiligten und Tatorten unumgänglich

Geht mit der Konzentration der Kriminalpolizei auf landesweit 12 Standorte die notwendige räumliche Nähe zu Tatbeteiligten und Tatorten verloren?

… setzt sich der BDK-Bundesvorsitzende André Schulz am Beispiel steigender Fallzahlen im Diebstahlsbereich und gleichzeitig sinkender Aufklärungsquoten bei der Vorstellung der Polizeilichen Kriminalstatistik 2011 für mehr qualifiziertes Personal für die Ermittlungsbereiche in den Kripo-Dienststellen ein.

Mit seiner Forderung findet er auch bei den Kriminalisten in Baden-Württemberg offene Ohren, die angesichts einer anstehenden Polizeistrukturreform und dabei geplanter starken Konzentration der Kriminalpolizei an landesweit 12 Standorten auch ein besonderes Augenmerk auf die räumlichen Bedürfnisse haben.

„Wir brauchen ausreichend qualifizierte Kriminalisten, die dann auch die Chance haben die notwendigen Ermittlungen dort durchzuführen, wo es Ermittlungsansätze gibt.“ unterstreicht der baden-württembergische BDK-Vorsitzende Manfred Klumpp die Forderung seines Bundesvorsitzenden und sieht die Gefahr, dass bei einer zu starken Zentralisierung der kriminalpolizeilichen Aufgaben die Nähe zu Tatbeteiligten und Tatorten leidet und damit vielfach Ermittlungsansätze verloren gehen.

Den Kriminalisten fehlt bei den aktuellen Plänen der Polizeistrukturreform noch die notwendige Balance zwischen einer gebotenen überregionalen Aufgabenwahrnehmung und einer für die quantitativ weit überwiegende Zahl von Delikten, vorrangig notwendigen räumlichen Nähe zu Tatbeteiligten oder Tatorten. „Es wäre letztendlich kontraproduktiv, wenn z.B. durch regelmäßig überlange Fahrtzeiten der persönliche Kontakt zu Zeugen und Beschuldigten vernachlässigt und durch schriftliche Anhörungen ersetzt würde. Gerade die persönlichen Kontakte und Vernehmungssituationen, mit der Möglichkeit die Reaktionen des Gegenübers zu erkennen, ggf. nachzufassen und zu reagieren, sind es, welche vielfach erst zu Ermittlungsansätzen und -erfolgen führen und damit immer noch ein Kernelement kriminalistischer Arbeit sind.“ so Klumpp weiter.

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