Übernahme der Feuerwache im Flughafen Tegel als neue Landesfeuerwehrschule

16. Mai 2012 | Themenbereich: Berlin, Feuerwehr - Katastrophenschutz | Drucken

Die größte Berufsfeuerwehr in Deutschland muss ihren Nachwuchs auf dem Gelände der Polizei in Schulzendorf ausbilden, da der Senat bisher nicht bereit ist, dafür ein den Anforderungen an eine moderne Großstadtfeuerwehr entsprechendes Gelände mit Gebäuden zur Verfügung zu stellen.

Deshalb hat heute der Landesbezirksvorsitzende der GdP Michael Purper erneut gefordert, dass der Senat die Feuerwache im Flughafen Tegel übernehmen soll.

„Dort könnte künftig die Ausbildung des Feuerwehrnachwuchses in einer neuen Landesfeuerwehrschule stattfinden. Für die praktische Ausbildung würden auf dem Flughafengelände zwei große Hallen zur Verfügung stehen. Damit wäre eine witterungsunabhängige Ausbildung sichergestellt.“

Gleichzeitig fordert der Berliner GdP-Vorsitzende zusätzlich 50 Ausbilder, die nach einem aktuellen externen Gutachten fehlen.

 Auszubildende der Feuerwehr leben an der Armutsgrenze!

Vor diesem Hintergrund hat Michael Purper eine Besoldung nach A 7 für Anwärterinnen und Anwärter der Berliner Feuerwehr als Brandmeister im zweiten Jahr ihres Vorbereitungsdienstes gefordert.

„ 2010 hat der Senat die Monatseinkommen der Anwärter im Rahmen von allgemeinen Einsparmaßnahmen von etwa 1.700 um rund 900 € mehr als halbiert. Nebentätigkeiten, hohe Kredite und Wohngeldanträge sind keine Seltenheit, um zwei Jahre als Anwärterin/Anwärter bei der Berliner Feuerwehr zu überstehen,. Wer qualifizierte Männer und Frauen mit abgeschlossener Berufsausbildung für den öffentlichen Dienst sucht, muss sie auch ‚überlebensfähig‘ besolden.“

Purper: „Diese Probleme sind Innensenator Henkel bekannt.“

 Hauptstadtfeuerwehr wird zur 2/3-Feuerwehr in Deutschland

Am 1. März 2012 hat der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit anlässlich einer Veranstaltung der Stiftung „Zukunft“ vor Problemen gewarnt, weil die Verwaltung wegen des Einkommensniveaus nicht mehr mit der freien Wirtschaft konkurrenzfähig sei. „In der Frage der Bezahlung im öffentlichen Dienst müsse ein Ruck kommen. Wenn die Leute es sich aussuchen könnten, wo sie hingehen, werde es ganz schwierig. Wo kriegen wir dann den Nachwuchs her?“

Deshalb hat Purper den Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit sowie die Senatoren für Inneres und Finanzen Frank Henkel und Dr. Ulrich Nußbaum in einem offenen Brief zum Handeln aufgefordert.

Die monatlichen Einkommensunterschiede zwischen

  •  einer/einem Oberbrandmeisterin/-meister
  • einer/einem Brandoberinspektorin/-inspektor
  • einer/einem Leitenden Branddirektorin/-direktor

in Berlin und in anderen Bundesländern können bis zu

  •  Oberbrandmeisterin/-meister 454 Euro
  • Brandoberinspektorin/-inspektor 572 Euro
  • Leitender Branddirektorin/-direktor 898 Euro

betragen.

„Das ist der Weg hin zu einer 2/3-Feuerwehr in Deutschland. Feuerwehrleute wissen morgens bei Dienstantritt nicht, ob sie nach Dienstende wieder gesund zu ihren Familien zurückkehren, aber sie werden ihre Pflicht tun. Diese unterschiedliche Besoldung ist ungerecht“, kritisiert der GdP-Chef.

„Sie haben deshalb eine andere Wertschätzung ihrer Arbeit verdient und nicht  eine Reduzierung auf 2/3-Feuerwehrleute!

 

Purper abschließend: „Wir fordern ab August 2012 jährliche Besoldungserhöhungen, die deutlich über den von SPD und CDU vereinbarten 2 Prozent liegen müssen. Bis 2017 muss die Anpassung der Berliner Besoldung an die der Bundesbeamtinnen und -beamten abgeschlossen sein.

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