Polizeiliche Kriminalstatistik 2011: Personalabbau bei der Polizei rächt sich

16. Mai 2012 | Themenbereich: Deutsche Polizeigewerkschaft | Drucken

Die negative Entwicklung der Kriminalität in Deutschland, die die heute vom Bundesinnenminister vorgestellte Polizeiliche Kriminalstatistik für 2011 ausweist, kommt nach Ansicht der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG) nicht überraschend.

„Sowohl der Anstieg der Kriminalitätsrate auf fast 6 Millionen Straftaten als auch die gesunkene Aufklärungsquote sind auch das Ergebnis völlig verfehlter Sparmaßnahmen bei der Polizei.“, sagte der erste stellvertretende DPolG Bundesvorsitzende Hermann Benker. „Nun haben wir es Schwarz auf Weiß: Wer bei der Polizei die Zahl der Stellen streicht, bekommt höhere Zahlen in der Kriminalstatistik. Diese einfache Rechnung sollte die Politik bedenken, wenn sie weiteren Personalabbau plant. Die Leidtragenden sind am Ende die Bürgerinnen und Bürger.“  

Vor allem im Bereich der Alltagskriminalität – wie Diebstahl- und Einbruch – sind die Zahlen im letzten Jahr erheblich gestiegen. Benker: „Das verwundert nicht: Wenn in vielen Bereichen der Polizei Personal fehlt und die vorhandenen Kollegen sich mehr mit dem Verwalten als mit Bekämpfen von Straftaten beschäftigen, fehlt die Zeit, um in einzelnen Deliktbereichen tiefer zu gehen.“

Als besorgniserregend wertet die DPolG auch die zunehmende Zahl an Wohnungseinbrüchen. Benker: „Das ist ebenso ein typisches Beispiel dafür, dass mit mehr Einsatz und Personal bessere Ergebnisse erzielt werden könnten. Verstärkte Präsenz von Polizei auf der Straße würde potentielle Täter abschrecken und das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung verbessern. Stattdessen fallen für die Sicherheitskräfte bei Großlagen sowie zum Schutz von Fußballspielen immer mehr Einsatzstunden an.“

 

 

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