Eckpunkte des neuen Verkehrssicherheitsprogramms

10. Mai 2012 | Themenbereich: Bayern, Verkehr | Drucken

‚Bayern Mobil – sicher ans Ziel‘. Unter diesem Motto hat heute Bayerns Innenminister Joachim Herrmann die Schwerpunkte des geplanten neuen bayerischen Verkehrssicherheitsprogramms 2020 vorgestellt. Sorge bereitet Herrmann die in Bayern und auch bundesweit deutlich gestiegene Zahl an Verkehrstoten im Jahr 2011: „Ich werde deshalb alles daran setzen, die Verkehrssicherheit auf Bayerns Straßen in allen Bereichen weiter zu verbessern. Unser Ziel ist, die Unfälle zu reduzieren und die Zahl der Verkehrstoten in Bayern bis zum Jahr 2020 um 30 Prozent zu senken.“

Neben einem umfangreichen Maßnahmenpaket verwies der Innenminister auch auf die begleitende Internetkampagne www.sichermobil.bayern.de und eine Plakataktion mit der Skirennläuferin Viktoria Rebensburg. Wie Herrmann betonte, lege er bei der Erarbeitung des neuen Verkehrssicherheitsprogramm 2020 besonderen Wert auf den gesamtgesellschaftlichen Dialog. Deshalb wird der Innenminister am 4. Juni 2012 in der BMW-Welt in München eine große bayerische Verkehrssicherheitskonferenz veranstalten. Dort werden Polizei, Behörden, Kommunen, Wissenschaftler, Fahrzeughersteller, Verbände und politische Mandatsträger vertreten sein.

Außerdem kündigte Herrmann eine Bürgerbefragung und eine weitere Beteiligung von Fachleuten im Anschluss an die Konferenz an. „Ich möchte unser neues Verkehrssicherheitsprogramm 2020 gemeinsam mit allen Verkehrsteilnehmern und Verantwortlichen erarbeiteten, um damit eine breite öffentliche Diskussion und Sensibilität zu erreichen“, bekräftigte Herrmann.

Zu den Schwerpunkten des neuen Verkehrssicherheitsprogramms 2020 gehört die Verbesserung der Wahrnehmung und Wahrnehmbarkeit im Straßenverkehr. „Unter anderem wollen wir den Schilderwald durchforsten und lichten“, so Herrmann. Dadurch soll beispielsweise die Orientierung für ältere Menschen im Straßenverkehr erleichtert werden. Ein weiterer Schwerpunkt ist die optimierte Gestaltung des Verkehrsraumes. Herrmann: „Wir wollen die Sicherheit auf Landstraßen erhöhen, Motorradstrecken sicherer machen und den Ausbau der Lkw-Parkplätze an Autobahnen vorantreiben.“ Daneben setzt Herrmann auf eine bessere Information und Verkehrssteuerung: „Unter anderem wollen wir in enger Zusammenarbeit mit dem Bayerischen Rundfunk und dem ADAC schnellere und aktuellere Verkehrswarnungen und Verkehrsinformationen erreichen. Zudem wollen wir intelligente Verkehrsleitsysteme weiter etablieren.“ Auch konsequente, auf Unfallursachen ausgerichtete Verkehrsüberwachungsmaßnahmen gehören zum Maßnahmenpaket. „Hier haben wir insbesondere überhöhte Geschwindigkeit, Alkoholfahrten, Fahren ohne Sicherheitsgurt und Telefonieren ohne Freisprecheinrichtung im Blick“, erläuterte der Innenminister. „Daneben wollen wir Verkehrsverstöße schneller ahnden.“

Der Stand und die Fortentwicklung des neuen Verkehrssicherheitsprogramms 2020 können auf der Internetseite

www.sichermobil.bayern.de

abgerufen werden. Nach der Verkehrssicherheitskonferenz im Juni haben Bürgerinnen und Bürgern sowie die Fachöffentlichkeit unter dem Navigationspunkt ‚Dialog‘ die Möglichkeit, ihre Einschätzungen und Anregungen zum Verkehrssicherheitsprogramm mitzuteilen. Das Gesamtergebnis der Befragung wird anschließend veröffentlicht. Zudem werden die Ergebnisse in speziellen Fachforen diskutiert und bis zum Herbst dieses Jahres Eingang in das abschließende Verkehrssicherheitsprogramm finden. „Ich kann nur an jeden appellieren: Nutzen Sie unser Angebot und beteiligen Sie sich aktiv am Verkehrssicherheitsprogramm 2020“, betonte Herrmann.

Angesichts der Verkehrsunfallentwicklung 2011 kommt dem neuen Verkehrssicherheitsprogramm 2020 besondere Bedeutung und Dringlichkeit zu. Zwar sind in Bayern im Jahr 2011 im Vergleich zu 2010 die Verkehrsunfälle um zwei Prozent auf 350.000 zurückgegangen. Allerdings ist die Zahl der Verletzten um rund vier Prozent auf 53.000 und die Zahl der Schwerverletzten um sieben Prozent auf knapp über 12.000 gestiegen. Herrmann: „Besonders bedenklich ist 2011 die Zunahme der tödlich Verunglückten auf Bayerns Straßen um 83 auf 780.“ Das ist im Vergleich zu 2010 eine Steigerung um zwölf Prozent. Bundesweit stieg die Zahl der Verkehrstoten in diesem Zeitraum um knapp zehn Prozent auf 4.002.

Unterstützt wird das bayerische Verkehrssicherheitsprogramm 2020 von der erfolgreichen Skirennläuferin und Olympiasiegerin Viktoria Rebensburg. Als ‚Gesicht der Kampagne‘ setzt sie sich auf der Internetseite und auf Plakaten für mehr Verkehrssicherheit auf Bayerns Straßen ein. Für Rebensburg spielt im Straßenverkehr insbesondere gegenseitige Rücksichtnahme eine große Rolle.

 

 

 

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