Andre Schulz und Ulf Küch im niedersächsischen Innenministerium

8. Mai 2012 | Themenbereich: Bund Deutscher Kriminalbeamter, Interessenvertretungen, Niedersachsen | Drucken

Am 4. Mai fand im niedersächsischen Innenministerium ein Gespräch zwischen Innenminister Uwe Schünemann, dem Landespolizeipräsidenten Uwe Binias sowie dem kommissarischen Bundesvorsitzenden des Bund Deutscher Kriminalbeamter Andre Schulz (Hamburg) und dem Landesvorsitzenden in Niedersachsen Ulf Küch statt.

In dem etwa 1 ½ stündigen Gespräch wurden verschiedene Themen fachlich und sachlich offen erörtert. Andre Schulz machte deutlich, dass vor dem Hintergrund einer sich immer mehr spezialisierenden Gesellschaft das Festhalten an einer „Einheitsausbildung“ in Niedersachsen ein Anachronismus darstellt und verwies z. B. auf die Bundesländer Hamburg, Hessen, Berlin und Schleswig-Holstein, in welchen ein Teil der Nachwuchskriminalistinnen und –kriminalisten direkt für den Einsatz in der Kripo ausgebildet werden. Derzeit gingen potentielle Interessentinnen und Interessenten an einer kriminalpolizeilichen Ausbildung und nachfolgenden Verwendung in die Bundesländer, die entsprechende Angebote machen. Natürlich müsse nach wie vor ein großer Teil der Kriminalpolizei aus dem Bereich der Schutzpolizei kommen. Dies sei aber auch nur im Rahmen eines ausgewogenen und strukturierten „Übergangsverfahrens“ sinnvoll. Hier ist nach Auffassung von Andre Schulz in Niedersachsen dringend nachzuarbeiten, da derzeit ein solch fachlich begleiteter Übergang eben nicht erfolgt! Die Kripo in erster Linie als „Auffangreservoir“ für den Übergang vom ESD in ZKD und KED anzusehen, sei der vollkommen falsche Weg. Dies ist auch kein Versuch zur „Spaltung der Polizei“, da beide Bereiche, gemeinsam an einem Ziel arbeiten.

Schulz zeigte sich über die diesbezüglich ablehnende Haltung der GdP in Niedersachsen erstaunt, da in Hamburg und Schleswig-Holstein der getrennte „Start“ für einen Teil der künftigen Nachwuchskräfte in der Kripo die Zustimmung aller Gewerkschaften fände.

Daneben wurden die „Vorfälle“ in Emden diskutiert. Alle Beteiligten waren sich einig, dass hier sehr wohl die Ermittlungen abzuwarten sind, bevor Schlüsse gezogen werden können.

Die Lage der Ermittlerinnen und Ermittler bei der Zuweisung von 11er Dienstposten wurde vom Landesvorsitzenden Ulf Küch ebenfalls thematisiert. Die „Mogelei“ bei der Schaffung von einigen „Papier-BSM-Dienstschichten“ müsse aufhören, da dies zu Lasten der Ermittlerinnen und Ermittler geht. Ulf Küch forderte ein, dass im zukünftigen Hebungsprogrammen das Gros der noch nicht mit Planstelle hinterlegten, aber gleichwohl definierten 3080 Dienstposten, im Besoldungsamt A 11 für die Ermittlerinnen und Ermittler zur Verfügung gestellt werden. Geschehe dies nicht, werden „Fachkarrieren“ in den Bereichen der ZKD, KED, ZKI und dem LKA sonst nicht möglich und gut ausgebildetes Personal werde die ermittelnden Bereiche verlassen.

Die Gesprächsparteien vereinbarten weitere Gespräche.

Ihre Meinung ist uns wichtig,
kommentieren Sie diesen Artikel!

Jedoch, auf Cop2Cop gilt die Netiquette als Leitfaden für die Kommunikation. Alle Beiträge werden von Administratoren geprüft und freigeschaltet. Beiträge, die persönliche Beleidigungen, Diffamierungen, rechtswidrige Texte oder Werbung beinhalten, werden ebenso unkommentiert entfernt, wie Off-Topic-Beiträge und SPAM. Zeilen und Absätze brechen automatisch um. Die E-Mail Adresse dient internen Zwecken und wird nie angezeigt.