Forschung und Sicherheitswirtschaft profitieren voneinander

7. Mai 2012 | Themenbereich: Security | Drucken

Die Unterzeichner des Sicherheitsforschungs-Kooperationsvertrages (sitzend vl.) Prof. Dr.-Ing. Beyerer (Fraunhofer IOSB), Peter H. Bachus (BDSW-Vizepräsident) und Dr. Harald Olschok (BDSW-Hauptgeschäftsführer) sowie die BDSW-Premium-Partner Wolfgang Wüst (BSG-Wüst) und Michael Schaller (WISAG). Leider konnte Darius Wilczek von Pro Control nicht anwesend sein.

Am 3. Mai 2012 wurde in Karlsruhe erstmals in der deutschen Geschichte „Privater Sicherheitsdienstleister“ ein Kooperationsvertrag zwischen dem Bundesverband der Sicherheitswirtschaft (BDSW) und dem Fraunhofer-Institut für Optronik, Systemtechnik und Bildauswertung IOSB unterzeichnet. Der Leiter des Fraunhofer IOSB, Prof. Dr.-Ing. Jürgen Beyerer, der Vizepräsident des BDSW, Peter H. Bachus, und BDSW-Hauptgeschäftsführer Dr. Harald Olschok besiegeln damit eine auf vier Jahre angelegte Kooperation. Zur Unterstützung der wegweisenden Forschungskooperation haben sich seitens des BDSW die Mitglieder BSG-Wüst, Pro Control und WISAG entschieden.

Die Forschungskooperation soll zur zielorientierten Vernetzung von Wissenschaft und Sicherheitswirtschaft und somit zur Optimierung der deutschen Sicherheitsforschung und Sicherheitsdienstleistung beitragen. Getreu dem Motto: „Dem Täter immer einen Schritt voraus!“ soll der Verbund von Sicherheitswirtschaft und international anerkannter deutscher Forschung, die Umsetzung von Forschungsergebnissen und Entwicklung praxisorientierter Forschungsprojekte fördern. Das dient dem Ziel der Verbesserung subjektiver und objektiver Sicherheit der Bevölkerung. Um dieses Ziel zu erreichen sieht die Kooperation beispielsweise Beratungen, gemeinsame Messeauftritte, Round Table-Gespräche, ganztägige Sicherheitstechnische Kolloquien sowie eine enge Verzahnung in der Gremienarbeit vor. – Forscher, Entwickler und Sicherheitsdienstleister können somit bereits zu einem sehr frühen Zeitpunkt ihr Fachwissen konzentrieren und in zielgerichtete Forschung umsetzen. Ferner können Forschungsprojekte unter besonderer Berücksichtigung spezifischer Anforderungen und Fähigkeiten einer mittelständisch geprägten Sicherheitsdienstleistungsindustrie entwickelt werden.

Aus dieser Zusammenarbeit lassen sich somit vielfältige Synergieeffekte entwickeln: das Fraunhofer IOSB ist seit vielen Jahren auf den Forschungsgebieten Sensorentwicklung, automatisierte Bild- und Videoauswertung, Sensordatenfusion, mobile Sensorplattformen bis hin zu Mensch-Maschine-Schnittstellen und Cyber-Security tätig. Mit seinen derzeit knapp 600 Mitarbeitern an 4 Standorten und der engen Anbindung an das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) über den Lehrstuhl von Prof. Beyerer ist ein ständiger Wissenszuwachs und Forschung auf höchstem Niveau garantiert.

Die deutsche Sicherheitswirtschaft setzt sich im Wesen aus zwei Bereichen zusammen. Sicherheitsdienstleistungen und Sicherheitstechnik erwirtschafteten in 2011 einen geschätzten Umsatz von 10,6 Milliarden Euro. Mit 4,8 Milliarden Euro und über 175.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter repräsentieren „Private Sicherheitsdienstleister“ die homogenste Gruppe der Sicherheitswirtschaft. Dabei spiegeln allein über 800 im BDSW organisierten Sicherheitsdienstleister circa 80 Prozent des Marktvolumens und über 100.000 Sicherheitsmitarbeiter wider. Auf Grund seiner Funktionen als einziger Arbeitgeber- und Wirtschaftsverband, verfügt der BDSW schon aus tarifrechtlicher Sicht über eine bundesweit flächendeckende Vernetzung mit sämtlichen sicherheitsrelevanten Akteuren. Insbesondere in den Bereichen Luftsicherheit, beim Schutz kerntechnischer Anlagen und von Bundeswehrliegenschaften sowie im Öffentlichen Personenverkehr und beim Betreiben von Notruf-Leitstellen und der Alarmintervention verfügen die BDSW-Mitglieder über Kernkompetenzen. Nach Verbandsschätzung sind circa 35.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter täglich in diesen Bereichen – auch zum Schutz Kritischer Infrastrukturen – im Einsatz. Der BDSW ist in den letzten Jahren intensiv in die Gestaltung nationaler und internationaler Normung eingestiegen und prägt damit den Sicherheitsmarkt in und außerhalb Deutschlands.

Der steigende, weltweite Bedarf an intelligenten und zukunftsweisenden Sicherheits-technologien angesichts steigender Naturkatastrophen, Terrorgefahr, instabilen Krisenregionen oder für den Schutz kritischer Infrastrukturen und Liegenschaften, erfordert die schritthaltende Weiterentwicklung der angebotenen Technologien, Sicherheitsdienstleistungen und Krisenmanagementlösungen. Hier kann das Fraunhofer IOSB mit seinen Entwicklungen wie z. B. dem SmartControlRoom, der auf der CeBIT 2011 erstmalig einer breiten Öffentlichkeit präsentiert wurde, den langfristigen Weg aufzeigen, wie Sicherheitslösungen und Systeme der Zukunft aussehen. Autonom agierende fahrende, fliegende oder tauchende Roboter, Quadrocopter oder Mini-Unterwasserfahrzeuge können Rettern, Sicherheitspersonal und Wachdiensten wertvolle Unterstützung durch Informationsbeschaffung leisten. Besonders in Umgebungen, die für die Einsatzkräfte besonders gefährlich oder unzugänglich sind. Hier hat das IOSB das System AMFIS entwickelt, das speziell für solche Aufgabenstellungen zugeschnitten ist.

Der erste gemeinsame Messeauftritt ist für die security in Essen im September 2012 geplant.

 

 

1 Kommentar
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  1. Hallo Ihr Sicherheitsmitarbeiter in Berlin und im Bundesgebiet !!!!!!!!

    Ist ja Toll,wie dort überall geforscht wird.Wie bauen wir unsere langen Arbeitszeiten endlich ab?
    Bis jetzt hat sich bei Pippe in der Sache nichts getan.Unsere Einsatzleiter in Berlin
    Herr Hempel und Hübner verkaufen nur noch Ihre Stunden. bin gespannt ob unsere neue
    Chefin Sicherheit Frau Oppermann was reissen wird ( mehr Ruhezeiten uä. )
    Wir lassen uns alle Überraschen,wie es bei uns weiter geht. !!!!????????????
    Viele Grüße von einem der die Euronen von zu Hause mitbringt.

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