19 junge Bedienstete verstärken Vollzugsdienst

3. Mai 2012 | Themenbereich: Brandenburg, Strafvollzug | Drucken

Schöneburg: „Ein Strafvollzug, wie unsere Verfassung ihn fordert, verlangt, dass weiterhin charakterstarke, engagierte Frauen und Männer ausgebildet werden.“

Viele Mitarbeiter verlassen demnächst aus Altersgründen den Vollzugsdienst

Erstmals seit 2005 werden wieder junge Nachwuchskräfte den allgemeinen Vollzugsdienst im Land Brandenburg verstärken. Nach erfolgreicher Prüfung werden die acht Frauen und elf Männer in ihrer Ausbildungsstätte in Brandenburg an der Havel heute feierlich zu Beamten auf Probe ernannt.

Bei einem Besuch der Dienstleistungsabteilung des brandenburgischen Strafvollzugs aus diesem Anlass gratuliert Justizminister Dr. Volkmar Schöneburg den 19 jungen Vollzugsbediensteten persönlich: „Sie haben sich für einen sehr anspruchsvollen Beruf entschieden. Täglich werden Sie der Herausforderung begegnen, Menschen, die mit den entmündigenden Einschränkungen der Unfreiheit konfrontiert sind, zu einem selbstbestimmten, künftig straffreien Leben in Freiheit zu erziehen. Mit dieser Aufgabe befinden Sie sich im Zentrum des Vollzugs, so wie unsere auf den Maximen der Humanität gegründete Rechtsordnung ihn ausgestalten will. Die Verfassung des Landes Brandenburg nennt als wesentliche Bestimmung des Strafvollzugs die Eingliederung der Gefangenen in die Gesellschaft – besonders auch deshalb, um künftig potentielle Opfer zu vermeiden. Ob diese Forderung die Alltagswirklichkeit des Strafvollzugs tatsächlich prägen kann, hängt maßgeblich von Ihnen und Ihren erfahrenen Kolleginnen und Kollegen ab.“

Die Vollzugslandschaft in Brandenburg befindet sich in einer Umgestaltungsphase. Momentan wird ein neues Vollzugskonzept vorbereitet, auf dessen Grundlage die Herausforderungen bestanden werden können, die sich aus der seit Jahren rückläufigen Gefangenenzahl und den weiterhin geforderten Kürzungen im Justizhaushalt ergeben. Die Zahl der Vollzugsbediensteten wird von aktuell 1127 auf 1078 zum Jahreswechsel sinken. Ende 2014 werden 993 Bedienteste zur Verfügung stehen, ein Jahr später voraussichtlich 970. Im allgemeinen Vollzugsdienst werden Ende 2015 lediglich 669 Frauen und Männer tätig sein, derzeit sind es noch 793. Das Durchschnittsalter von derzeit 50 Jahren wird angesichts der Vielzahl der aus Altersgründen ausscheidenden Vollzugsbediensteten zu einem starken Rückgang der erfahrenen Vollzugsbeamten führen.

Schöneburg: „Ein Strafvollzug, wie unsere Verfassung ihn fordert, verlangt, dass weiterhin charakterstarke, engagierte Frauen und Männer ausgebildet werden. Die Alternative wäre erschreckend: Es wäre ein verantwortungsloser Verwahrvollzug, der unfähig ist, Gefangene für ein straffreies Leben in Freiheit vorzubereiten. Es wäre ein Wegsperrsystem, das Wiederholungstäter produziert – und neue Opfer.“

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