„Die Opfer können nicht warten!“

2. Mai 2012 | Themenbereich: Bayern, Justiz | Drucken

Bayerns Justizministerin Dr. Beate Merk hat an ihre Forderung nach längeren Verjährungsfristen für den sexuellen Kindesmissbrauch erinnert. „Der Entwurf für ein Gesetz zur Stärkung der Rechte von Opfern sexuellen Missbrauchs wird nun seit 9 Monaten im Deutschen Bundestag beraten. Im Interesse der Opfer des Kindesmissbrauchs würde ich mir wünschen, dass sich bei der Frage der Verjährung etwas bewegt“, mahnte Merk.

Merk hält eine Verlängerung der strafrechtlichen Verjährungsfrist von 10 bzw. 20 auf 30 Jahre für unabdingbar. Außerdem fordert sie, dass die strafrechtliche Verjährung bei Taten des sexuellen Kindesmissbrauchs bis zur Vollendung des 21. statt wie bisher nur des 18. Lebensjahrs des Opfers ruht. Merk: „Den Opfern muss eine möglichst große Chance zuteil werden, ein Trauma vor Verjährungseintritt so weit zu überwinden, dass eine freie Entscheidung über die Anzeigeerstattung noch rechtzeitig möglich ist. Das vielfach ins Feld geführte Gegenargument, dass nach längerer Zeit der Beweis der Taten nur schwer zu führen sei, lasse ich nicht gelten. Wir haben Fälle, die zeigen, dass Opfer sexuellen Missbrauchs den Ablauf der Taten selbst nach Jahrzehnten noch minutiös schildern können. So sehr hat sich das erlebte Martyrium in ihren Kopf eingebrannt. Wenn die Opfer ein Leben lang leiden, dann dürfen sich die Täter nicht schon nach relativ kurzer Zeit in Sicherheit wiegen können.“

 

 

1 Kommentar
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  1. Jupp, KiPo (Kinderpornographie) und Kindesmissbrauch ziehen scheinbar ziemlich gut, nicht?
    Oh, nicht falsch verstehen, ich befürworte die Verlängerung der Verjährungsfrist!
    Ich befürworte sogar die Aufhebung jeglicher Ablauffristen!
    Die Dame lenkt aber vom eigentlichen Problem ab … keine Polizeipräsenz in U- und S- Bahnen, auf den Straßen!
    Ein Gewalttäter überlegt es sich dann zweimal, ob er einen Passanten aus Jux und Tollerei Krankenhausreif oder sogar Tot schlägt … was haben Kameras (elektronische Überwachung) genutzt?
    Genau, nichts!
    … und dann? Bestrafung? Warum denn?
    Der Jugendliche hat ja kein Kind Missbraucht!
    Der Erwachsene hätte sich ja wehren können!
    Wirklich? Hätte der Erwachsene sich gewehrt, so wie es nötig gewesen wäre, hätte der Staatsanwalt den Erwachsenen eingebuchtet!

    Das eine ist die Realität, das Andere nur in den Köpfen unserer Politiker!
    Mit dem einen lässt sich trefflich polemische Politik machen, das andere schützt die Bürger!
    … auch die Familie des Polizisten, die mit der U-Bahn nach dem Kinofilm nach Hause fährt!

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