Kernenergieausstieg erreicht Sicerheitsdienstleister

27. April 2012 | Themenbereich: Security | Drucken

Der Bundesverband der Sicherheitswirtschaft (BDSW) wurde von der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) mit Schreiben vom 08.03.2012 mit der Forderung zum Abschluss eines Sozialtarifvertrages konfrontiert. Der BDSW bot ver.di diesbezüglich ein Orientierungsgespräch an, in welchem einzelne Inhalte des Sozialtarifvertrages in konstruktiver und sachlicher Art und Weise diskutiert werden sollten. Ver.di lehnte das Gesprächsangebot des BDSW ab und warnte stattdessen vor bundesweiten Streik- und Arbeitskampfmaßnahmen.

Die Konsequenzen der Entscheidung für den deutschen Ausstieg aus der Kernenergie erreichen nun also auch die Dienstleister der Energieversorger. „Dieses Verhalten ist nicht hinnehmbar. Wir sind der Auffassung, dass Streikmaßnahmen zur Durchsetzung des von ver.di vorgelegten Sozialtarifvertrages rechtlich unhaltbar und sachlich nicht gerechtfertigt sind“, so Dr. Harald Olschok, BDSW-Hauptgeschäftsführer.

Laut dem BDSW sind Streikmaßnahmen bei Bewachungsunternehmen in kerntechnischen Anlagen und Einrichtungen wegen erheblicher wirtschaftlicher und sicherheitspolitischer Auswirkungen auf den Betrieb von Kernkraftwerken nicht vertretbar.

Ver.dis Sozialtarifvertrag belaste zudem die Bewachungsunternehmen mit unkalkulierbar hohen Kosten und gefährde die aktuell stabile Beschäftigungslage! „Selbst die Energieversorger haben nach uns vorliegenden Erkenntnissen keine Sozialtarifverträge für ihre Beschäftigten abgeschlossen“, so Olschok weiter. Lediglich auf Beschäftigungssicherungsprogramme, die also keine Sozialplanabfindungen vorsehen, sondern auf den Fortbestand des Arbeitsverhältnisses abzielen, habe man sich geeinigt. Mit Blick auf die Zukunft der Arbeitsplätze im Bereich der Sicherung kerntechnischer Einrichtungen sei diese auch über die Beendigung der Energieerzeugung gegeben. Schließlich muss die Sicherung der Anlagen auch in der Nachlaufphase erfolgen. “

Der geforderte Sozialtarifvertrag stelle außerdem die aktuell vereinbarten Flächentarifverträge zwischen dem BDSW und ver.di in Frage! „Wir fordern ver.di daher nachdrücklich auf, die aufgestellten Forderungen nicht mit Streikmaßnahmen zu begleiten. Es liegt in unserem, aber vor allem im Interesse der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, nutzbringende Gespräche zu den möglichen Auswirkungen des Ausstiegs aus der Kernenergie auf die Bewachungsunternehmen zu führen. Dazu sind wir bereit“, so Dr. Harald Olschok abschließend.

 

 

 

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