„Wachsamkeit darf nicht nachlassen“

26. April 2012 | Themenbereich: Gewerkschaft der Polizei, Interessenvertretungen | Drucken

Anlässlich des zehnten Jahrestages des erschütternden Amoklaufs an einem Erfurter Gymnasium appelliert der Bundesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Bernhard Witthaut, an Politik, Schulen, Eltern und Polizei, das Bemühen um größeren Schutz vor solchen Taten weiter voran zu treiben. Witthaut: „Das Gedenken an die 16 Opfer des Todesschützen sollte uns motivieren und sensibilisieren, Sicherheitskonzepte gegen Amokläufe weiterzuentwickeln und regelmäßig zu überprüfen. Lücken müssen offen benannt und schnell geschlossen werden. Präventionsarbeit darf dabei keinem Spardiktat unterworfen sein.“

Die Polizei, so Witthaut, habe mit einem sogenannten Amoklagenkonzept auf die Bluttat reagiert. Es werde nicht mehr auf Spezialkräfte gewartet, sondern alle verfügbaren Beamten zum Tatort geschickt. So soll keine Sekunde verloren werden, um den Täter so schnell wie möglich unschädlich zu machen. Witthaut: „Die GdP unterstützt ausdrücklich dieses Einsatzkonzept.“ Polizistinnen und Polizisten, die unter Einsatz ihres Lebens der direkten Konfrontation mit dem Amokläufer ausgesetzt sind, stünden aber unter enormem psychischem Druck.“

Das geltende Waffenrecht bezeichnete der GdP-Vorsitzende als differenziert und sehr strengen Maßstäben genügend. Die GdP kritisiere jedoch, so Witthaut, dass für unangemeldete Überprüfungen der strikten Aufbewahrungsvorschriften von Waffen im Privatbesitz nicht genügend Personal zur Verfügung stünde. Es könne nicht sein, dass private Waffenbesitzer, die in unverantwortliche Weise ihre Waffen ungesichert liegen ließen, auf Zeit und Glück spielen könnten.

 

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