Bombenfunde halten Sicherheitskräfte auf Trab

25. April 2012 | Themenbereich: Bevölkerungsschutz, Nordrhein Westfalen | Drucken

Eine Serie spektakulärer Bombenfunde verzeichnete NRW in den vergangenen Wochen. Allein in der zweiten Märzhälfte 2012 wurden über 20 Sprengbomben durch die Experten des Kampfmittelbeseitigungsdienstes unschädlich gemacht.

Die Auswirkungen waren teilweise erheblich:

Autobahnen wurden gesperrt, Bahnhöfe konnten nicht angefahren werden und Anwohner mussten ihre Wohnungen verlassen.

„Die Kampfmittelbeseitigung ist eine wichtige Aufgabe und wird es noch viele Jahre bleiben“, machte Innenminister Ralf Jäger heute (25. April) in Düsseldorf deutlich.

Im Jahr 2011 wurden insgesamt 862 Bomben (Vorjahr: 695) entschärft. Dazu zählen neben den 247 (230) Sprengbomben mit einem Gewicht von 50 Kilogramm und mehr auch Nebel-, Brand-, Splitter- und kleinere Sprengbomben. Insgesamt wurden 12.208 Kampfmittel (9.159) geräumt, darunter 9.470 Granaten und Handgranaten (6.199), 26 Minen (67) und 1.750 andere Sprengmittel (2.198).

Im Vergleich zum Vorjahr ist die Explosivstoffmenge mit 33 Tonnen Sprengstoff (31,8) nur leicht angestiegen, obwohl die Gesamtstückzahl und die Bruttomasse deutlich gestiegen sind.

Der staatliche Kampfmittelbeseitigungsdienst führt bei Bauvorhaben vor Beginn der Arbeiten Luftbildauswertungen und Überprüfungen vor Ort durch. Im Jahr 2011 wurden 14.743 Anfragen (Vorjahr: 13.637) an die Beseitigungsdienste in Düsseldorf und Arnsberg gestellt. 109 Sprengbomben konnten so bereits im Vorfeld von Bauarbeiten auf den Kriegsluftbildern erkannt werden, weitere 61 wurden bei Überprüfungen vor Baubeginn durch die Kampfmittelbeseitiger entdeckt.

In 1.946 Fällen wurden Granaten, Bomben oder andere Sprengmittel zufällig entdeckt (1.641). Dieser hohe Aufwand ist auch 67 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkrieges notwendig. Die Munition wird im Laufe der Jahre nicht ungefährlicher. Im Gegenteil: Alter und Rost können das Risiko einer Detonation sogar noch erhöhen.

Jäger mahnte deshalb: „Munitionsteile können, auch wenn sie harmlos scheinen, sehr gefährlich sein. Deshalb gilt: Fundgegenstände liegen lassen, keinesfalls als Sammlerstück mit nach Hause nehmen! Stattdessen umgehend die Polizei oder die Ordnungsbehörden benachrichtigen, damit sich die Experten des Kampfmittelbeseitigungsdienstes fachmännisch darum kümmern können!“

Bei einem Zufallsfund von phosphorhaltiger Brandmunition (Brandbombe INC 30) in Aachen bestand bei einem ehrenamtlichen Archäologenteam der Verdacht auf Inhalation der giftigen Rauchgase. Die Gruppe wurde vorsorglich ins Krankenhaus gebracht.

Das Land hat im vergangenen Jahr rund 15,5 Millionen Euro aufgewendet, um Kampfmittel zu beseitigen und die Entsorgungstechnik zu modernisieren. Der Bund erstattete über fünf Millionen Euro für die Beseitigung der ehemals reichseigenen Munition zurück. An private Räumfirmen vergab Nordrhein-Westfalen Aufträge in Höhe von sechs Millionen Euro.

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