Radhelmkampagne „Schütze Dein BESTES.“ gestartet

24. April 2012 | Themenbereich: Baden-Württemberg, Verkehr | Drucken

„Fahrradfahren ist gesund, schützt die Umwelt, macht Spaß und ist ein immer beliebteres Fortbewegungsmittel. Radler haben aber kaum Schutz vor Verletzungen, so dass die Unfallfolgen – bis hin zum Tod oder schweren Kopfverletzungen – oftmals gravierend sind. Das Tragen eines Radhelmes kann aber Leben retten.“ Das sagte Innenminister Reinhold Gall bei der Auftaktveranstaltung der Radhelmkampagne „Schütze Dein Bestes.“ am Montag in Tübingen.

Die Kampagne habe das Ziel, gerade jungen Leuten im Alter von 13 – 15 Jahren zu verdeutlichen, wie wichtig das Tragen eines Helmes sei. „Die Macher der Kampagne haben sich dafür etwas richtig Gutes einfallen lassen. Ein professioneller Videospot als Aufmacher, Unterrichtsmaterialien für Lehrer und Schüler und ein von den Volks- und Raiffeisenbanken finanziell unterstützter Radhelmwettbewerb“, so umriss der Innenminister die wesentlichen Inhalte der Kampagne. Diese werde jetzt nach und nach ins Land getragen und ergänze die bisherigen verkehrserzieherischen Angebote für Schülerinnen und Schüler.

„Wir haben im vergangenen Jahr über 100.000 Viertklässer geschult und durch die Radfahrprüfung gebracht. Danach darf aber mit der Verkehrserziehung nicht Schluss sein. Mit der Kampagne wollen wir eindrücklich an die Vernunft appellieren. Das Tragen eines Radhelmes muss selbstverständlich sein. Es schützt vor einem irreparablen Netzwerkschaden“, sagte Gall.

Dass dies für alle Radfahrerinnen und Radfahrer gelten müsse, mache ein Blick auf die Unfallzahlen mehr als deutlich. Im Jahr 2011 seien von der Polizei insgesamt 9.572 Radfahrunfälle registriert worden. Dies entspreche einer Steigerung gegenüber dem Vorjahr um fast 19 Prozent. Bei diesen Unfällen seien 1.960 Personen schwer und 6.350 leicht verletzt worden. Insgesamt seien leider 44 Radfahrer ums Leben gekommen, davon vier Kinder und Jugendliche. 33 davon hätten keinen Helm getragen und seien oft aufgrund ihrer schweren Kopfverletzungen gestorben.

Der Mitinitiator der Kampagne Herr Professor Dr. Schuhmann, Leiter der Kinderneurochirurgie des Universitätsklinikums Tübingen, verdeutlichte die Gefahren beim Präsentationstermin eindrucksvoll: „Das Gehirn ist wie weicher wabbeliger Pudding und durch die Kopfknochen nur vor leichter Gewalteinwirkung geschützt. Bei einem Sturz vom Fahrrad kann das Gehirn leicht verletzt werden. Eine Störung der Kommunikation im Gehirn ist vergleichbar mit einer Störung in einem Computernetzwerk. Für das Gehirn gilt dabei: was weg ist, ist weg!“

Der Innenminister wies in diesem Zusammenhang auch auf die Vorbildfunktion von Erwachsenen hin. Es sei für ihn nicht nachvollziehbar, dass Eltern ihren Kindern eine „Helmpflicht“ bis zur Grundschule verordnen, im Teenageralter aber nicht mehr mit Nachdruck für das Tragen eines Radhelmes werben würden. Eltern selbst hätten natürlich eine nicht zu unterschätzende Vorbildfunktion. Er selbst stehe der Einführung einer generellen Radhelmpflicht offen gegenüber – wenn Appelle an die Vernunft nicht auf fruchtbaren Boden fallen. „Die Gesetzgebungskompetenz dafür liegt aber beim Bund. Wir werden die Entwicklungen der Unfälle mit Radfahrern aufmerksam beobachten und dann gegebenenfalls in Abstimmung mit dem Verkehrsminister eine Initiative starten“, sagte der Innenminister.

 Weitere Informationen zur Kampagne:

Jede Schule in Baden-Württemberg erhält eine Informations-DVD.

Darauf gespeichert sind der Videospot, ein Introvideo mit Professor Dr. Schuhmann, aktuelle Informationen, Hintergrundinformationen zum Radhelm, umfangreiche Unterrichtsbeiträge zur Biologie und Physik, die von Lehrern und Schülern problemlos umgesetzt werden können.

Mediensammlung und Wettbewerbsmöglichkeiten.

Die Kampagne wurde initiiert und unterstützt von der landesweiten Verkehrssicherheitsaktion GIB ACHT IM VERKEHR und Professor Dr. Martin Schuhmann, Leiter der Kinderneurochirurgie am Universitätsklinikum Tübingen.

Sie wurde zudem gefördert vom Ministerium für Verkehr und Infrastruktur / Landesbündnis ProRad und der Unfallkasse Baden-Württemberg sowie der TransVelo GmbH Tübingen und KED Helmsysteme Freiberg a.N..

Weitere Beteiligte sind das Ministerium für Kultus, Jugend und Sport, das Landesinstitut für Schulsport, Schulkunst und Schulmusik und die Landesverkehrswacht Baden-Württemberg e.V..

Die Präsentation und der Verkehrssicherheitstag werden zudem unterstützt vom Kepler-Gymnasium Tübingen, von der Kreisverkehrswacht Tübingen e.V., der Mountainbikegruppe der Maria-Sybilla-Merian-Realschule Steinlach-Wiesaz, STEELMOUNTAIN Tübingen und der Volksbank Tübingen eG. Zudem nehmen Schülerinnen und Schüler des Uhland-Gymnasiums teil.

 

 

Quelle: Innenministerium Baden-Württemberg

 

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