Erster Spatenstich in der JVA Rosdorf

20. April 2012 | Themenbereich: Niedersachsen, Strafvollzug | Drucken

In Niedersachsen sollen Sicherungsverwahrte künftig in einem Neubau auf dem Gelände der Justizvollzugsanstalt Rosdorf im Landkreis Göttingen untergebracht werden.

„Ausgehend von der Entscheidung des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte vom 17. Dezember 2009 hat uns das Bundesverfassungsgericht mit Entscheidung vom 4. Mai 2011 aufgegeben, die Sicherungsverwahrung neu auszurichten. Es gilt das Abstandsgebot zu erfüllen und damit eine ausreichende Besserstellung von Sicherungsverwahrten gegenüber Strafgefangenen zu gewährleisten“, sagte der Niedersächsische Justizminister Bernd Busemann beim ersten Spatenstich für die neue Einrichtung heute in Rosdorf.

„Wir wollen die größtmögliche Sicherheit für die Bevölkerung gewährleisten und die Vorgaben des Bundesverfassungsgerichts erfüllen. Deshalb entsteht der Neubau auf dem Gelände der modernsten und sichersten Vollzugseinrichtung in Niedersachsen“, so Busemann weiter.

In dem Neubau entsteht in sechs Wohngruppen Raum für bis zu 45 Sicherungsverwahrte. Jedes Appartement verfügt über 2 Räume und ein Bad mit Dusche. Drei Appartements werden behindertengerecht sein. Die Räume haben eine Grundfläche von ca. 23 qm.

Der Vollzug der Sicherungsverwahrung wird zukünftig durch intensive Behandlungsarbeit gekennzeichnet sein. Daher sind ausreichend Büroräume für Fachdienste sowie Behandlungs- und Besprechungsräume eingeplant. Zusätzliches Fachpersonal wird sicherstellen, dass die vom Bundesverfassungsgericht geforderte individuelle Behandlung und intensive Betreuung gewährleisten werden kann.

Schließlich soll den Sicherungsverwahrten ein großzügig ausgestatteter Freizeitbereich zur Verfügung gestellt werden, der u.a. durch zentrale Gruppenräume und Küchen in jeder Wohngruppe, einem gemeinsamen Fitnessraum und einem eigenen Außenbereich gekennzeichnet ist.

„Dieser Neubau ist ein Meilenstein für den niedersächsischen Justizvollzug!“, sagte Busemann abschließend.

Der Neubau wird als drei-geschossiger Baukörper mit zwei Wohngruppen zu jeweils sieben Einzelappartements je Ebene und einem zentral angeordneten administrativen Bereich errichtet. Auf der ersten und zweiten Ebene entstehen zusätzlich behindertengerechte Appartements. Die Kosten des Neubaus belaufen sich auf bis zu 12,5 Millionen Euro.

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