Personalratswahl bei der Justizvollzugsschule NRW –

16. April 2012 | Themenbereich: Nordrhein Westfalen, Strafvollzug | Drucken

Am 11. April fand die vorgezogene Wahl des örtlichen Personalrates bei der Justizvollzugsschule Nordrhein-Westfalen in Wuppertal statt. Der BSBD-Ortsverband wurde infolge einer als katastrophal zu bezeichnenden Personalpolitik in extremer, beispielloser Weise geschwächt. Zahlreiche Lehrkräfte wurden von der Schule abgeordnet oder versetzt, was einerseits die Unterrichtserteilung bis auf den heutigen Tag belastet, andererseits der Organisationsstruktur des BSBD erheblich zugesetzt hat. Nicht zuletzt das strikte Vorgehen der Schulleitung hielt viele Kolleginnen und Kollegen davon ab, sich als Kandidatinnen und Kandidaten zur Verfügung zu stellen. Wegen dieser unseligen Entwicklung war es dem BSBD lediglich möglich, eine Kandidatin für die Liste der Tarifbeschäftigten aufzustellen.

Auf die BSBD-Liste der Tarifbeschäftigten entfielen 18 Stimmen, während sich für die gewerkschaftliche Konkurrenz von ver.di nur sieben (!) Kolleginnen und Kollegen aussprachen. Die zu vergebenden zwei Beschäftigtenplätze entfielen damit auf die BSBD-Liste. Da auf dieser Liste aber nur eine Kollegin kandidierte, war der zweite Sitz an die Konkurrenz abzugeben. Dies ist ein äußerst unbefriedigendes Ergebnis und kein Ruhmesblatt für die Personalführung im Strafvollzug. Einschüchterungen, wie sie augenscheinlich auch bei der Justizvollzugsschule NRW wirken, waren bislang nur von Discountern wie Lidl und Schlecker bekannt. Im öffentlichen Dienst erwartet man solch einen Umgang mit Kolleginnen und Kollegen eigentlich nicht.

Der BSBD wird diese Entwicklung in Kürze mit dem Justizministerium erörtern, damit Wiederholungen verhindert werden und die Justizvollzugsschule endlich wieder zu normalen Verhältnissen zurückfinden kann.

Die Ereignisse des letzten Jahres mit der üblen Diffamierung des früheren Personalrates durch eine interessierte Clique sind noch nicht vergessen. Als Genugtuung empfinden die früheren Personalratsmitglieder das jetzige Abstimmungsergebnis. Die Kolleginnen und Kollegen haben überzeugend zum Ausdruck gebracht, wo sie ihre Interessen am besten vertreten sehen, nämlich beim BSBD. Das Ergebnis ist letztlich ein Schlag ins Gesicht derjenigen, die den „Aufstand“ des letzten Jahres inszenierten.

Die Wahlbeteiligung lag mit über 92 Prozent weit über dem Landesdurchschnitt bei vergleichbaren Wahlen. Übrigens, die vom Schulleiter gekürte und eingesetzte Vertrauenslehrerin, die in die Ereignisse im letzten Jahr aktiv verwickelt war, aus dem BSBD austrat und für ver.di auf der Beamtenliste kandierte, erhielt mickrige zwei Stimmen. Vermutliche war eine davon ihre eigene. Manchmal haben Kolleginnen und Kollegen eben ein feines Gespür dafür, wer ihr Vertrauen verdient. Vertrauen kann eben nicht angeordnet werden. Vertrauen muss langsam wachsen!

Ihre Meinung ist uns wichtig,
kommentieren Sie diesen Artikel!

Jedoch, auf Cop2Cop gilt die Netiquette als Leitfaden für die Kommunikation. Alle Beiträge werden von Administratoren geprüft und freigeschaltet. Beiträge, die persönliche Beleidigungen, Diffamierungen, rechtswidrige Texte oder Werbung beinhalten, werden ebenso unkommentiert entfernt, wie Off-Topic-Beiträge und SPAM. Zeilen und Absätze brechen automatisch um. Die E-Mail Adresse dient internen Zwecken und wird nie angezeigt.