Jugendschutzprogramm ist keine Eier legende Wollmilchsau

3. April 2012 | Themenbereich: FdP, Parteien | Drucken

Zur Forderung, anerkannte Jugendschutzprogramme durch die Hersteller auf Computer vorinstallieren zu lassen, damit sie sich schneller verbreiten und so zu mehr Kinder- und Jugendschutz im Internet beitragen, erklärt der jugendpolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion Florian BERNSCHNEIDER: Die Forderung nach vorinstallierter Jugendschutzsoftware auf Computer ist zwar verständlich, aber trügerisch.

Auch diese Maßnahme nimmt Eltern, Erziehern oder Lehrern nicht die Aufgabe ab, sich mit den Neuen Medien und Informationstechnologien auseinanderzusetzen, um Kindern und Jugendlichen die nötigen Fähig- und Fertigkeiten im Umgang mit diesen Technologien zu vermitteln. Wer den Eindruck erweckt, dass mit einem vorinstallierten Jugendschutzprogramm alle Probleme gelöst seien, irrt gewaltig und streut den Menschen Sand in die Augen. Jugendschutzssoftware kann Eltern dabei unterstützen, den Medienkonsum ihrer Kinder im Internet zu begleiten, zu kontrollieren und bestimmte Seiten zu blockieren. Es ist aber nicht auszuschließen, dass gerade technisch interessierte Jugendliche Mittel und Wege finden, um diese Sperren zu umgehen. Jugendschutzprogramme und -filter sind eben keine Eier legende Wollmilchsau.

Anstatt Jugendschutzsoftware verpflichtend zu installieren, sollte über klare Standards und eine stetige Weiterentwicklung und Aktualisierung von Black- und Whitelists sowie der Software dafür Sorge getragen werden, dass die Programme potentielle Nutzer, also vor allem Eltern, aufgrund ihrer Funktionalität und Nutzerfreundlichkeit überzeugen. Dann werden sie sich auch durchsetzen.

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