Tötungsdelikt in Emden: DPolG fordert harte Bestrafung nach Facebook-Lynchaufruf

1. April 2012 | Themenbereich: Deutsche Polizeigewerkschaft, Interessenvertretungen | Drucken

Die Deutsche Polizeigewerkschaft (DPolG) hat die Kritik an Polizei und Staatsanwaltschaft im Fall des getöteten Mädchens in Emden erneut zurückgewiesen. Die Arbeit der Ermittler sei einwandfrei gewesen, erklärte DPolG-Bundesvorsitzender Rainer Wendt, der einen Aufruf zur Selbstjustiz bei Facebook scharf verurteilte: „Dieser Vorgang ist kein Kavaliersdelikt, deshalb sollte der Rechtsstaat auch eindeutig reagieren und mit einer harten Bestrafung dazu beitragen, dass das auch wirklich jeder Nutzer begreift. Auch diejenigen, die diesem irrsinnigen Aufruf gefolgt sind, sollten nach Möglichkeit belangt werden können. Wer das Recht in die eigene Hand nehmenwill, sollte genau wissen, dass dies in einem Rechtsstaat ncht geduldet wird!“

Die Ermittler von Polizei und Staatsanwaltschaft haben nach Auffassung der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG) einwandfrei gearbeitet. Wenn sich aus Hinweisen ein dringender Tatverdacht ergibt, müssen die erforderlichen Maßnahmen getroffen werden, um ein Strafverfahren zu sichern. Gleichzeitig müsse mit gleicher Intensität weiter ermittelt, auch entlastende Beweise gesichert und einbezogen werden. Rainer Wendt: „Es ist immer wieder darauf hingewiesen worden, dass für den Festgenommenen die Unschuldsvermutung gilt und deshalb in alle Richtungen weiter ermittelt würde. Wenn einzelne Personen bei Facebook ausrasten und zu Straftaten aufrufen, kann das nicht der Polizei angelastet werden! Durch die professionelle Arbeit der Ermittler wurde sehr rasch ausgeschlossen, dass der 17jährige als Täter in Betracht kommt, deshalb war er sofort wieder zu entlassen. Das ganze Vorgehen ist nirgends zu beanstanden.“

Die Entlassung, Abschirmung und der Schutz des zunächst festgenommenden 17jährigen Jugendlichen und die jetzige Festnahme belegen die sorgfältige und unvoreingenommene Ermittlungsarbeit, so der DPolG-Chef weiter: „Es hat keine Ermittlungspanne gegeben, Polizei und Staatsanwaltschaft haben an keiner Stelle Vorverurteilungen vorgenommen, im Gegenteil. Auch jetzt gilt für den festgenommenen Verdächtigen die Unschuldsvermutung, bis er rechtskräftig verurteilt wurde. Dies gilt auch dann, wenn er ein Geständnis abgelegt hat!“

 

2 Kommentare
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  1. Ach Leute!

    Es war da doch etwas anders …
    Zitat:
    >Nach der Festnahme eines 17-jährigen Tatverdächtigen im Mordfall der elfjährigen Lena hat der Bundesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Bernhard Witthaut, der 40-köpfigen Mordkommission ‚Parkhaus‘ zur weitgehenden Aufklärung des Verbrechens gratuliert. Witthaut: „Unsere Kolleginnen und Kollegen haben rund um die Uhr an der Aufklärung des abscheulichen Verbrechens gearbeitet. Dafür gebührt ihnen unser Dank.“<

    Quelle: http://www.cop2cop.de/2012/03/30/gratulation-zur-festnahme-des-mutmaslichen-madchenmorders/#comment-15729

    Schön, das wir das mal Öffentlich gemacht haben!
    Selbstbetrug ist ja eine feine Einrichtung, aber nicht in dieser Form!
    Wenn schon in dieser Form gratuliert wird, suggeriert das einem Bürger, das der Fall gelaufen ist und die Polizei genügend Beweise gegen den unschuldigen 17 Jährigen hat!
    Schön soweit!

    Ein Beispiel, fiktiv … versteht sich!
    Ich mache in einem Gelände Parcours … fasse alles an, verletze mich dort, habe Papiertaschentücher, behandele meine Wunde, putze mir die Nase … schiffe in die Ecke, weil ich ein Verantwortungsloser Jugendlicher bin!
    DNA ist ja so flexibel!

    … oder der Todesfall in der Familie … gleiche Waschmaschine … und die Spurensicherung stellt fest, das Faserspuren auch an der Kleidung des verstorbenen Familienmitgliedes … klar wer der Mörder ist?

    Wir sollten also abwarten, ob der 18 Jährige verurteilt wird oder ob seine DNA nicht aus versehen an der Stelle war, an der sie gefunden wurde!

  2. Oh, einen habe ich noch!

    >Ironie>
    Als Berufsverbrecher, besorge ich mir des öfteren Papiertaschentücher mit DNA-Spuren dran … mit diesen Taschentüchern verwische ich quasi meine Spuren!
    Mir als Berufsverbrecher ist doch egal, wem die DNA gehört, hauptsache, die Polizei gerät auf die falsche Fährte!</Ironie<

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